Süchte in Deutschland

Alkohol, Zigaretten, Medikamente: Das Jahrbuch Sucht 2017 zeigt, wie sich das Suchtverhalten der Deutschen entwickelt hat.

Junge Frau trinkt Rotwein © iStock
(Hamm – 12.04.2017) 9,6 Liter reinen Alkohol: So viel trank jeder Deutsche im Jahr 2015 durchschnittlich – und damit genauso viel wie im Jahr zuvor. Das berichtet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in ihrem Jahrbuch Sucht 2017. Knapp 3,4 Millionen hatten mit einem Alkoholproblem zu kämpfen, knapp 1,8 Millionen von ihnen waren alkoholabhängig.

Zigarettenkonsum nimmt ab

Der Zigarettenkonsum hat im Gegensatz zum Alkoholkonsum abgenommen – um knapp 8 Prozent. Deutlich gestiegen ist jedoch der Verbrauch von Pfeifentabak – zum Beispiel für Wasserpfeifen. E-Zigaretten spielen in der Bevölkerung derzeit keine große Rolle – lediglich 1,4 Prozent greifen zu diesen Produkten.

Arzneimittelabhängigkeit belegt Platz zwei der Süchte

Laut Schätzungen sind bis zu 1,9 Millionen Menschen in Deutschland abhängig von Arzneimitteln, so die DHS. Damit belegt diese Abhängigkeitsform Platz zwei hinter Tabak und vor Alkohol. Vor allem ältere Frauen sind von diesem Suchtproblem betroffen. Als Folge der Medikamentenabhängigkeit bei älteren Menschen kann es zum Beispiel zu einer Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit oder Gangunsicherheit kommen – oft verbunden mit Stürzen und Knochenbrüchen.

Problematisch ist, dass bei der Medikamentenverordnung eine hohe Intransparenz herrscht – vor allem bei Schlafmitteln und Beruhigungsmitteln. So werden viele Medikamente mittlerweile oft auf Privatrezept verordnet. Auch die Schmerzmittelversorgung in Deutschland ist intransparent: Von den rund 150 Millionen verkauften Packungen unterschiedlichster Schmerzmittel sind 106 Millionen – also 70 Prozent – rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Hautstelle für Suchtfragen: DHS Jahrbuch Sucht 2017: Daten und Fakten
  • Pressemitteilung der Deutschen Hautstelle für Suchtfragen: Intransparenz als Strategie? Arzneimittelabhängigkeit in Deutschland: ein oft übersehenes Problem!
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