Krebs in Deutschland

Der aktuelle Krebsbericht des Robert Koch-Instituts zeigt: In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Krebs. Woran das liegt.

Krebszellen © iStock
(Berlin – 30.11.2016) Seit 1970 hat sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland nahezu verdoppelt – etwa 482.500 Menschen erkrankten im Jahr 2013 an Krebs. Das zeigt der erste „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“, der jetzt vom Bundesgesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut vorgestellt wurde und künftig alle fünf Jahre erscheinen soll. Der Bericht zeigt auch, warum die Zahl der Krebserkrankungen zunimmt: Wir werden immer älter. Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit dem Lebensalter steigt, treten in einer älter werdenden Bevölkerung auch mehr Krebsfälle auf.

Ohne den Faktor Alter gehen Krebserkrankungen leicht zurück

Rechnet man den Alterseffekt jedoch heraus, ist die Erkrankungsrate insgesamt erstmals leicht gesunken. Zum Beispiel leiden weniger Männer an Lungenkrebs, da die Raucherzahlen bei Männern schon seit Langem zurückgehen. „Prävention wirkt“, so Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Mindestens 30 Prozent aller Krebserkrankungen gelten weltweit als vermeidbar – vor allem durch den Verzicht auf das Rauchen, die Vermeidung von starkem Übergewicht, ausreichende regelmäßige Bewegung, keinen oder höchstens maßvollen Alkoholkonsum sowie die Vorbeugung von HPV-Infektionen und Hepatitis B durch Schutzimpfungen.

Früherkennungsuntersuchungen zeigen Wirkung

Die Daten der epidemiologischen Krebsregistrierung, die als Grundlage für den Krebsbericht dienen, deuten darauf hin, dass das zwischen 2005 und 2009 eingeführte Mammografie-Screening-Programm zu einem Rückgang fortgeschrittener Brustkrebserkrankungen führt. Auch bei Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs sieht es laut Bericht danach aus, als würden die Früherkennungsuntersuchungen und die dadurch mögliche frühzeitige Erkennung und Behandlung von Krebsvorstufen zum Rückgang der Neuerkrankungsraten beitragen. Bei den Krebserkrankungen des Magens ist ebenfalls ein Rücklauf zu verzeichnen.

Anders ist es bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und bösartigen Lebertumoren: Hier steigt die Erkrankungsrate weiterhin an. Da sich die Behandlungsergebnisse in den vergangenen Jahrzehnten nicht entscheidend verbessert haben, nimmt auch die Sterblichkeit bei diesen beiden Krebsarten immer noch zu.

Krebspatienten leben länger

Insgesamt haben die Erfolge bei der Krebsbekämpfung allerdings zu einem Anstieg der Lebenserwartung beigetragen: So sterben heute zwar etwas mehr Menschen an Krebs als früher, jedoch werden sie mit ihrer Erkrankung älter – heute durchschnittlich 74 Jahre und damit vier Jahre älter als noch vor 35 Jahren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts: Erster „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“ vorgestellt
  • Bundesministerium für Gesundheit und Robert Koch-Institut: Zusammenfassung des Berichts zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016
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