Dicke werden ausgegrenzt

Eine aktuelle DAK-Studie zeigt: Fettleibige Menschen haben in Deutschland oft mit Vorurteilen zu kämpfen und werden ausgegrenzt.

Übergewichtiger Mann © iStock
(Hamburg – 22.09.2016) In Deutschland ist jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren adipös – das sind 16 Millionen Menschen. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Der Anteil der Patienten mit extremer Adipositas – also einem Body-Mass-Index (BMI) über 40 – hat sich im Zeitraum 1999 bis 2013 mehr als verdoppelt. Studien belegen, dass Adipositas als Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen gilt. Fettleibige Menschen leiden hierzulande aber nicht nur gesundheitlich. Sie haben darüber hinaus mit psychosozialen Beeinträchtigungen wie Ausgrenzung und Stigmatisierung zu kämpfen. Das zeigt der aktuelle „XXL-Report“ der DAK-Gesundheit.

Laut der Studie wird leichtes Übergewicht in unserer Gesellschaft meist noch akzeptiert und zum Teil sogar positiv bewertet. Ganz anders sieht es bei Fettleibigkeit aus: 71 Prozent der Deutschen finden fettleibige Menschen unästhetisch. Bei übergewichtigen Menschen äußerten diese Meinung 38 Prozent. Übergewichtige gelten bei 35 Prozent der Befragten als lustig. Über fettleibigen Menschen sagen dies lediglich 13 Prozent. Fast jeder Zweite hält dicke Menschen für gesellig, bei Adipösen sind es nur 13 Prozent. Und: 15 Prozent meidet sogar bewusst den Kontakt zu fettleibigen Menschen. „Adipöse Menschen haben in unserer Gesellschaft ein schweres Los. Sie kämpfen gegen Pfunde und Vorurteile“, sagt DAK-Vorstand Thomas Bodmer.

Mehrheit denkt, Adipöse sind selbst schuld an ihren Pfunden

Deutlich werden Vorurteile auch, wenn es um mögliche Gründe für das starke Übergewicht geht. Fast jeder Zweite meint, dass Bewegungsmangel und vieles Sitzen schuld daran seien. 33 Prozent gaben falsche beziehungsweise ungesunde Ernährung an. Auch Fast Food (31 Prozent), Fertigprodukte (23 Prozent) sowie Zeitmangel und Bequemlichkeit (20 Prozent) gelten bei vielen als Auslöser von Adipositas.

Wenn es um Einschränkungen oder Benachteiligungen von fettleibigen Menschen geht, so zeigt der Report, dass 85 Prozent der Deutschen glauben, Adipöse seien gesundheitlich eingeschränkt. 71 Prozent geben Probleme in der Mobilität an – beispielsweise beim Laufen oder Anziehen. Jeder Zweite sagt, fettleibige Menschen seien sozial weniger anerkannt. 44 Prozent vermuten Nachteile in Beruf und Karriere aufgrund der vielen Pfunde.

60 Prozent der Deutschen halten sich für zu dick

Auch insgesamt spielt das Gewicht bei den meisten Menschen eine große Rolle. Laut der Umfrage halten sich 60 Prozent der Deutschen für zu dick. Mehr als jeder Dritte sorgt sich ständig, zu dick zu sein oder übergewichtig zu werden. 22 Prozent haben schon einmal versucht, durch Fasten oder Intensivdiäten abzunehmen. 17 Prozent machen derzeit eine Diät, um Gewicht zu verlieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.09.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DAK: DAK-Studie: XXL-Report – So werden dicke Menschen ausgegrenzt
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung