Drogenbericht 2016

Tabak, Alkohol, Internet: Der Drogenbericht zeigt, dass weniger Jugendliche rauchen und trinken, dafür aber das Internet zum Suchtproblem wird.

Alkohol und Zigarette © Thinkstock
(Berlin – 10.06.2016) Der aktuelle Drogenbericht der Bundesregierung zeigt: Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol ist seit 1980 um fast drei Liter zurückgegangen. Auch das sogenannte Komasaufen unter Jugendlichen wird weniger. Dennoch werden jährlich immer noch mehr als 15.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen.

Immer weniger Raucher, mehr Onlinesüchtige

Auch beim Tabakkonsum ist die Entwicklung aus gesundheitlicher Sicht positiv: Zwar rauchen immer noch knapp 25 Prozent der Deutschen, doch der Trend ist rückläufig. Bei den 12- bis 17-Jährigen sind es nur noch 7,8 Prozent. Das zeigt: Rauchen ist zunehmend „out“.

„In“ sind dagegen das Internet und Computerspiele. Laut Drogenbericht sind etwa 560.000 Menschen in Deutschland „onlinesüchtig“ – am größten ist die Abhängigkeit bei den 14- bis 24-Jährigen.

Konsum illegaler Drogen

Laut einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben 10,2 Prozent aller Jugendlichen und 34,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert. Unter Männern ist der Konsum  illegaler Drogen dabei weiter verbreitet als unter Frauen. Am häufigsten ist der Gebrauch von Cannabis, seltener werden Kokain oder Heroin konsumiert.

Zunehmend werden sogenannte neue psychoaktive Stoffe (NPS) – auch als Designerdrogen, legal Highs oder Research Chemicals bezeichnet – zum Problem. In den vergangenen Jahren sind immer wieder neue derartige Stoffe aufgetaucht. Inzwischen hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, um den NPS in Zukunft rechtlich effektiver begegnen und die Verbreitung dieser Stoffe bekämpfen zu können.

Mehr drogenbedingte Todesfälle

Im Jahr 2015 starben in Deutschland 1.226 Menschen aufgrund ihres Drogenkonsums – die meisten davon in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt entspricht dies einem Anstieg um knapp 19 Prozent. Der größte Anstieg wurde in den Bundesländern Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland registriert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung: Drogen- und Suchtbericht 2016 vorgestellt: Mehr Achtsamkeit für unsere Gesundheit schaffen!
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung