Deutschlands Kinder

Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gesundheitlich gut – den meisten zumindest. Denn: Es gibt große soziale Unterschiede.

Kinder liegen auf einer Wiese © Thinkstock
(Berlin – 24.06.2014) Gesundheitlich geht es den meisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland ziemlich gut. Das ist das Ergebnis der Gesundheitsstudie KiGGS des Robert Koch-Instituts (RKI), für die zwischen 2009 und 2012 über 12.000 Mädchen und Jungen mit ihren Eltern telefonisch befragt wurden. „Nach Einschätzung der Eltern weisen 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen sehr guten oder guten allgemeinen Gesundheitszustand auf. Bei den im Kindesalter auftretenden Krankheiten stehen vor allem chronische und lebensstilbedingte Erkrankungen ebenso wie psychische Auffälligkeiten im Vordergrund. Erhöhte Risiken tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status“, sagt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der KiGGS-Studie für Sie zusammengefasst:

Chronische Erkrankungen

Rund 16 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind chronisch krank. Allerdings ist nur jedes fünfte dieser Kinder dadurch eingeschränkt – alle anderen können dasselbe tun wie andere Kinder in ihrem Alter. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Allergien: Etwa neun Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Heuschnupfen, sechs Prozent leiden an Neurodermitis, rund vier Prozent an Asthma bronchiale und gut zwei Prozent an einem allergischen Kontaktekzem. Fünf Prozent aller 7- bis 17-Jährigen hatten mindestens schon einmal Migräne, gut ein Prozent ist an Epilepsie erkrankt und 0,2 Prozent an Diabetes mellitus.

Psychische Auffälligkeiten

Jedes fünfte Kind zwischen drei und 17 Jahren zeigt Hinweise auf psychische Störungen – Jungen häufiger als Mädchen. Auch Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien sind öfter von psychischen Auffälligkeiten betroffen.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Bei fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren wurde schon einmal ADHS diagnostiziert. Dabei sind Jungen viereinhalbmal häufiger betroffen als Mädchen. Auch bei Kindern und Jugendlichen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus wird ADHS häufiger diagnostiziert – etwa dreimal häufiger als bei Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus.

Alkoholkonsum

Rund 16 Prozent aller Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren trinkt Alkohol in riskantem Maß. 11,5 Prozent trinken mindestens einmal monatlich sechs oder mehr alkoholische Getränke – trinken sich also in den Rausch. Unter den älteren Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist regelmäßiges Rauschtrinken bei Jungen stärker verbreitet als bei Mädchen. Im Vergleich zur ersten KiGGS-Erhebung (2003 bis 2006) ist der Anteil der Jugendlichen, die jemals Alkohol getrunken haben, jedoch um rund acht Prozent gesunken (von 62,8 auf 54,4 Prozent).

Rauchen

Unter den 11- bis 17-Jährigen rauchen zwölf Prozent – gut fünf Prozent sogar täglich. Jugendliche aus sozialschwachen Familien greifen häufiger zur Zigarette als Gleichaltrige aus Familien mit hohem Sozialstatus. Insgesamt hat sich die Rauchquote im Vergleich zur ersten KiGGS-Erhebung jedoch beinahe halbiert. Als Grund dafür werden verstärkte politische Bemühungen zur Eindämmung des Rauchens und zur Förderung des Nichtraucherschutzes – zum Beispiel höhere Tabaksteuern, eine höhere Altersgrenze für den Verkauf von Tabakprodukten, das Verbot von Tabakwerbung und die erlassenen Nichtraucherschutzgesetze – gesehen.

Sport und Bewegung

Über drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren treiben regelmäßig Sport – fast 60 Prozent sind Mitglied in einem Sportverein. Rund ein Viertel bewegen sich täglich mindestens eine Stunde – Jüngere eher als Ältere. Kinder aus sozialschwachen Familien treiben insgesamt weniger Sport und sind auch seltener in einem Sportverein aktiv als Kinder aus Familien mit mittlerem beziehungsweise hohem Sozialstatus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Bundesministeriums für Gesundheit: Neue Daten zur Kinder- und Jugendgesundheit aus KiGGS
  • Robert Koch-Institut (RKI): Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Wichtige Ergebnisse der ersten Folgebefragung (KiGGS Welle 1)
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