Weiter viele Neuinfektionen

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen liegt seit Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Was dagegen unternommen werden kann.

AIDS-Schleife © Thinkstock
(Berlin – 13.11.2013) Die Zahl der HIV-Neuinfektionen bleibt in den vergangenen Jahren unverändert auf hohem Niveau. Im Jahr 2012 haben sich geschätzt 3.400 Menschen mit HIV infiziert. Darunter sind zirka 2.500 (74 Prozent) Männer, die sich beim Sex mit anderen Männern infiziert haben. 270 Männer (8 Prozent) und 360 Frauen (11 Prozent) haben sich auf heterosexuellem Weg angesteckt, 210 (6 Prozent) beim intravenösen Drogenkonsum.

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen verringerte sich von Spitzenwerten Mitte der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre deutlich. Von 2000 bis 2005 erfolgte wieder ein Anstieg der HIV-Neuinfektionen, mit einer Plateaubildung ab 2006.

Viele wissen nichts von der Infektion

Nur etwa ein Drittel der HIV-Neuinfektionen wird bereits im ersten Jahr nach der Infektion erkannt. Zwei Drittel werden erst später diagnostiziert – zum Teil erst, wenn klinische Symptome durch die Schwächung des Immunsystems auftreten. Die Zahl der HIV-infizierten Personen, die noch keinen HIV-Test durchgeführt haben und die nicht wissen, dass sie sich mit HIV infiziert haben, kann daher nur geschätzt werden. Das Robert Koch-Institut geht von zirka 14.000 Personen aus. Über 30 Prozent dieser Personen sind in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren. Knapp ein Viertel der Personen, die mit HIV leben, aber noch nicht von ihrer HIV-Infektion wissen, hat sich erst im Laufe des Jahres 2012 infiziert.

Kostenlose Tests und Kondome

Um die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland nachhaltig zu verringern, ist das Angebot von ausreichend niedrigschwelligen und nach Möglichkeit kostenlosen Test-Möglichkeiten wichtig. Denn so können HIV-Infektionen früh diagnostiziert und weitere Ansteckungen vermieden werden. Gleichzeitig sollte niemand auf den Schutz durch Kondome verzichten. Besonders gefährdete Gruppen sollten verstärkt dafür sensibilisiert werden, dass die Frage an den Partner, ob er mit HIV infiziert ist, keinen dem Kondomgebrauch gleichwertigen Schutz vor einer Infektion bietet. Zu viele Menschen in diesen Gruppen wissen nicht, dass sie mit HIV infiziert sind. Wichtig wäre es auch, den starken Anstieg der Syphilis-Fälle in den vergangenen Jahren zu stoppen. Denn: Eine Syphilis-Infektion begünstigt sowohl die Empfänglichkeit für als auch die Übertragung von HIV.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.11.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Robert Koch-Institut
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