Drogen am Arbeitsplatz

Zum heutigen Weltdrogentag: Was Drogenkonsum am Arbeitsplatz begünstigen kann und wie Kollegen und Vorgesetzte reagieren sollten.

Hand hält Wein am Computer © Thinkstock
(Köln – 26.06.2013) Drogen und konzentriertes Arbeiten – zwei Dinge, die gar nicht zusammenpassen. So plädierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2013 für eine gezielte Suchtprävention am Arbeitsplatz. Wie wichtig dieses Thema ist unterstreicht auch Werner Lüth, Experte für Arbeitssicherheit beim TÜV Rheinland, anlässlich des Weltdrogentags am heutigen 26. Juni: „Für alle Berufsgruppen und Hierarchieebenen ist Suchtprävention ein wichtiges Thema. Bestimmte belastende Arbeitsbedingungen können Drogenmissbrauch begünstigen. Beispiele sind hoher Leistungsdruck, ein schlechtes Betriebsklima oder Arbeitszeiten, die für den Schlafrhythmus ungünstig sind.“

Weitverbreitet: Medikamentenmissbrauch

Neben Alkohol und illegalen Drogen wie Kokain ist auch der Missbrauch von Medikamenten ein verbreitetes Problem: Betroffen sind zirka 1,5 Millionen Menschen in Deutschland. „Viele Medikamente, die abhängig machen können, sind mit Blick auf die Arbeitssicherheit als besonders kritisch anzusehen. Zu nennen sind hier unter anderem Schmerz- und Beruhigungsmittel“, mahnt Anja Krüger, Ärztin im Nachsorgemanagement für Psychiatrie und Psychosomatik beim TÜV Rheinland.

Benzodiazepine, unter anderem eingesetzt als Beruhigungs- und Schlafmittel, gehören zu den Medikamenten, die am häufigsten nicht verschreibungsgemäß eingenommen werden. Sie können zu Konzentrationsstörungen, verlangsamten Reaktionen und unsicheren Bewegungen führen.

Leistungssteigernde Mittel wie Amphetamine oder Kokain unterdrücken Schmerzen, Hunger, Durst und Müdigkeit. Mögliche Folgen sind Überaktivität und der Verlust von sozialen und sexuellen Hemmungen.

Kollegen und Vorgesetzte sind gefragt

„Um Drogenkonsum vorzubeugen, können Unternehmen gezielte Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung ergreifen. Wichtig ist ein klares Statement gegen Drogen im Betriebsalltag“, erklärt Lüth. Kollegen und Vorgesetzten empfiehlt der Arbeitssicherheitsexperte bei Anzeichen von Suchterkrankungen nicht wegzusehen. Vielmehr sollten sie den Betroffenen persönlich ansprechen und ihm mitteilen, wie sie die Situation wahrnehmen.

Für Führungskräfte und Arbeitgeber reichen die Pflichten weiter: „Sie müssen bei Anzeichen eines möglichen Alkohol- oder Drogenkonsums entscheiden, ob der Mitarbeiter seine Aufgaben ohne Gefahr für sich oder andere ausführen kann. Ist dies nicht der Fall, muss er seine Tätigkeit sofort einstellen. Zur Unterstützung bei der Beurteilung sollte der Betriebsarzt oder eine andere geeignete Person hinzugezogen werden. Verbietet der Arbeitgeber das Weiterarbeiten, muss er im Zuge seiner Fürsorgepflicht für die Sicherheit des Mitarbeiters auf dem Heimweg sorgen oder eine Betreuung organisieren“, erklärt Lüth.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: TÜV Rheinland
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