So gesund sind wir

Das Robert Koch-Institut hat eine große Studie zur Gesundheit der Deutschen vorgelegt – mit positiven wie auch besorgniserregenden Ergebnissen.

Hüpfende Menschen © Thinkstock
(Berlin/München – 27.05.2013) Die Mehrzahl der Deutschen fühlt sich gesund: 76,6 Prozent der Männer und 72,9 Prozent der Frauen schätzen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Die eigene Einschätzung der Gesundheit hat sich insbesondere auch in den höheren Altersgruppen verbessert. In der Altersgruppe ab 70 Jahren bewerten immer noch über die Hälfte der Menschen ihren Gesundheitszustand als positiv. Zudem zeigt sich ein Trend zu mehr sportlicher Aktivität. Ein Viertel der Erwachsenen treibt regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche Sport.

Das sind einige – sehr positive – Ergebnisse der vom Robert Koch-Institut durchgeführten ersten Welle der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ (DEGS1), die soeben in einem Doppelheft des Bundesgesundheitsblatts erschienen sind. Die DEGS1-Ergebnisse setzen neben diesen positiven Signalen aber auch Warnzeichen.

Stoffwechselkrankheiten weitverbreitet

So machen die Ergebnisse zum Beispiel deutlich, dass Stoffwechselkrankheiten eine wichtige Rolle in Deutschland spielen. Die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus ist seit der letzten vergleichbaren RKI-Studie, dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998, gestiegen. Aktuell leiden 7,2 Prozent der Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus – das sind 38 Prozent mehr als noch in den 1990er Jahren. Wahrscheinlich ist das – zumindest teilweise – auf den demografischen Wandel zurückzuführen. Das heißt, in Deutschland leben heute mehr ältere Menschen, die ein höheres Risiko für Diabetes mellitus haben. 64,5 Prozent der Männer und 65,7 Prozent der Frauen haben eine Fettstoffwechselstörung – etwa zu hohe Cholesterinwerte.

Auch Übergewicht als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt: Während sich die Zahl der Übergewichtigen in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau eingependelt hat, gibt es immer mehr adipöse, also fettsüchtige Menschen. Besonders junge Männer sind betroffen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind bereits 22 Prozent adipös.

Zusammenhang zwischen Lebensverhältnissen und Gesundheit

Die DEGS-Studie bestätigt zudem, was schon lange angenommen wurde: Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand schlechter ein und sind häufiger erkrankt als Personen mit höherem Status, zum Beispiel auch an Diabetes mellitus. Sie haben zudem ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Übergewicht und sind sportlich inaktiver. Die Lebensverhältnisse sind damit einer der wichtigsten Faktoren für die Gesundheit.

Insgesamt haben 7.238 Personen in einem der 180 Studienorte das rund zweistündige Untersuchungs- und Befragungsprogramm der DEGS absolviert, weitere 914 nur das Befragungsprogramm. Die Datenerhebung fand von November 2008 bis Dezember 2011 statt. Die Untersuchung ermöglicht im Vergleich zu reinen Befragungen sehr viel weitergehende Informationen. Zum Beispiel lieferte die Blutuntersuchung Erkenntnisse zum Vorliegen eines bisher unerkannten Diabetes mellitus und ergänzt so die in der Befragung erhobenen ärztlichen Diagnosen.

Weitere, ausführliche Informationen zur „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ (DEGS1) finden Sie hier.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.05.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI): „Positive Signale und Warnzeichen – 34 Beiträge mit Ergebnissen der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ erschienen: http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2013/05_2013.html
  • „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts: Wichtige Ergebnisse auf einen Blick: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/DEGS1-Ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile
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