Europäer leben länger

Der Europäische Gesundheitsbericht 2012 der WHO zeigt: Die Europäer leben länger und gesünder – jedoch mit großen regionalen Unterschieden.

Menschenmenge © Thinkstock
(Kopenhagen/London – 13.03.2013) Der Gesundheitszustand in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich insgesamt zwar deutlich verbessert, doch finden sich in den Gesundheitsstatistiken laut Europäischem Gesundheitsbericht 2012 Unausgewogenheiten in und unter den Ländern. Der Bericht wird alle drei Jahre vom WHO-Regionalbüro für Europa veröffentlicht.

Europäer leben länger und gesünder

Der Bericht zeigt, dass die fast 900 Millionen Menschen zählende Bevölkerung der 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO heute länger und gesünder lebt. Die Lebenserwartung steigt in der gesamten Region und hat von 1980 bis 2010 um fünf Jahre auf 76 Jahre zugenommen. Bis zum Jahr 2050 wird die Altersgruppe über 65 Jahre voraussichtlich einen Bevölkerungsanteil von über 25 Prozent erreichen.

Dabei bestehen hinsichtlich der Lebenserwartung große Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen einzelnen Ländern und Bevölkerungsgruppen. So betrug im Jahr 2010 die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen 80 Jahre und die der Männer 72,5 Jahre. Der Abstand lässt sich weitgehend durch unterschiedliche Lebensweisen und Berufstätigkeiten erklären.

Der Europäische Gesundheitsbericht 2012 zeigt auch, dass die Gesamtsterblichkeit weiter abnimmt, wenngleich unterschiedlich stark in verschiedenen Regionen Europas. Tendenziell liegt die Sterblichkeitsrate im Osten am höchsten und im Westen am niedrigsten.

Vor allem nichtübertragbare Krankheiten führen zu Todesfällen

Nichtübertragbare Krankheiten machen mit zirka 80 Prozent den Löwenanteil an den Todesursachen aus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen fast 50 Prozent aller Todesfälle gefolgt von Krebs mit rund 20 Prozent an zweiter Stelle.

Übertragbare Krankheiten kommen in der Europäischen Region seltener vor als in der übrigen Welt, doch insbesondere Tuberkulose, HIV und sexuell übertragene Krankheiten geben weiter Anlass zur Sorge.

Hauptrisiken: Rauchen und Alkohol

Die führenden Gesundheitsrisiken für Europäer ergeben sich heutzutage aus Tabakkonsum und schädlichem Alkoholkonsum, wobei letzterer zirka 6,5 Prozent aller Todesfälle in der Region verursacht. Zudem wird davon ausgegangen, dass 27 Prozent der Altersgruppe „15 Jahre und älter“ regelmäßig rauchen.

„In der Europäischen Region der WHO vollzieht sich derzeit ein wichtiger Wandel, der sich auf die gesundheitlichen Prioritäten, den Bedarf an Krankheitsprävention und die Versorgung in der Zukunft auswirkt. Der Bericht zeigt Trends auf, die uns einen Einblick geben, vor welchen Herausforderungen Europa jetzt und in Zukunft steht“, sagt hierzu die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab. „Er zeigt allerdings auch, dass sich in der Region weitverbreitete gesundheitliche Benachteiligungen hartnäckig halten und zum Teil noch verstärken. Dies ist ebenso unnötig wie ungerecht und sollte von uns gemeinsam vorrangig angegangen werden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.03.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: WHO
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