Neue Drogen breiten sich aus

In Europa werden weniger klassische Drogen wie Kokain und Cannabis konsumiert. Allerdings sind künstliche Substanzen auf dem Vormarsch.

(Berlin/Lissabon – 16.11.2011) In Europa breiten sich synthetische Drogen zusehends aus. Das geht aus dem Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) hervor, der am Dienstag in Berlin und Lissabon vorgestellt wurde. Allein im vergangenen Jahr sind 41 neue Substanzen auf den Märkten registriert worden. Klassische Drogen wie Cannabis, Kokain oder Heroin werden dagegen offenbar weniger konsumiert.

Immer wieder neue Substanzen

Zu den synthetischen Drogen zählen auch die sogenannten „Legal Highs“, also Substanzen, die von der Drogengesetzgebung noch nicht erfasst sind. Oft handelt es sich dabei um Stoffe, die aus verschiedenen Pflanzen gewonnen und dann als Badesalz oder Partypillen vertrieben werden. Sie werden häufig eigens dazu entwickelt, um bestehende Gesetzgebung zu umgehen. Bis eine neue Substanz unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, kann bis zu einem Jahr vergehen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans betont, dass neue und unbekannte Substanzen manchmal schädlicher seien als bekannte Rauschmittel.

Die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit Drogen sind jedoch immer noch auf Heroin zurückzuführen. Von den 1.237 Drogentoten in der Bundesrepublik im Jahr 2010 stehen etwa 850 mit dem Opiat in Verbindung.

Weniger Cannabis und Kokain

Leicht rückläufig ist in der Bundesrepublik der Cannabis-Konsum bei Jugendlichen. Fünf Prozent der Zwölf- bis Siebzehnjährigen konsumierten laut einer Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis. Im Jahr 2004 waren es noch 10,1 Prozent. Auch europaweit geht der Cannabis-Verbrauch zurück. Dennoch ist es immer noch die am meisten konsumierte Droge. Beim Konsum von Kokain ist europaweit ebenfalls eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.11.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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