Durchfall bei Babys

Früher bekamen Babys bei Durchfall sofort Elektrolytlösungen verabreicht. Heute raten Ärzte dagegen, ganz normal weiterzustillen.

(Köln – 26.10.11) Wenn Säuglinge Durchfall haben, besteht immer die Sorge, dass sie zu viel Flüssigkeit verlieren. „Durchfall wird in der Regel aber erst in Kombination mit Erbrechen gefährlich, wenn keine Flüssigkeit mehr zugeführt werden kann“, sagt Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

In den ersten sechs Monaten normal weiterstillen

Früher galt Durchfall bei Babys immer als Gefahr, heute verschreiben Kinder- und Jugendärzte nicht mehr gleich Elektrolytlösungen: „In den ersten sechs Monaten kann ganz normal weitergestillt oder das Fläschchen gegeben werden“, sagt Hartmann. Auch das Zufüttern mit Tee oder verdünnter Babymilch ist nicht zwingend erforderlich: „Die Gefahr einer Dehydration besteht meistens nur, wenn das Baby gleichzeitig erbricht.“ Oder aber, es verweigert das Trinken komplett.

Der Allgemeinzustand entscheidet

Entscheidend ist der Allgemeinzustand des Kindes: Wenn es gut trinkt und munter ist, besteht so gut wie keine Gefahr. Wird das Baby allerdings lethargisch, bekommt es eine trockene Zunge oder eine eingesunkene Fontanelle, müssen Eltern sofort zum Arzt.

Außerdem gilt die Faustregel: Hat ein Säugling mehr als sechs wässrige Durchfälle pro Tag, sind die Durchfälle blutig oder sind auch andere Familienangehörige betroffen, ist eine ärztliche Untersuchung in jedem Fall notwendig. Zudem sollten Eltern das Gewicht ihres Kindes kontrollieren: „Kleine Babys sollten bei einer Erkrankung nicht mehr als zehn Prozent ihres Gewichtes verlieren“, sagt Hartmann.
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