Yoga in der Schwangerschaft

Yoga beugt Verspannungen vor, schult die innere Wahrnehmung und entspannt. Das ist in der Schwangerschaft und vor einer Geburt wichtig.

(Berlin – 13.09.2011) Viele Menschen schwören auf Yoga. Die indische Lebensphilosophie mit ihren körperlichen und geistigen Übungen ist in den letzten zehn Jahren fast schon zum Volkssport geworden. Auch immer mehr Schwangere entscheiden sich für Geburtsvorbereitungskurse, die sich der Grundlagen des Yogas bedienen: „Schwangerenyoga kann durch seine intensive Körperarbeit auf einer anderen Ebene auf die Geburt vorbereiten“, sagt Katja Stricker, Hebamme und Yogalehrerin aus Berlin.

Yoga als Begleitung während der Schwangerschaft

Während klassische Geburtsvorbereitungskurse meistens nur sechs bis acht Abende oder ein Wochenende dauern, sollte Schwangerenyoga eher als eine fortwährende Schwangerschaftsbegleitung genutzt werden, so Stricker. „Ideal ist es, bereits im vierten Schwangerschaftsmonat mit dem Yoga anzufangen und die Übungen während der ganzen Schwangerschaft fortzusetzen.“

„Eine Schwangerschaft bedeutet eine Phase des Wandels“, erklärt die Berliner Yogalehrerin, „nicht nur der Bauch wächst, das ganze Leben einer schwangeren Frau ändert sich mit der Geburt eines Kindes.“ Die kräftigenden und entspannenden Yogaübungen helfen den Frauen, diese Veränderungen bewusst und intensiv wahrzunehmen.

Die Atmung stärkt Körper und Geist

Die Grundlage des Yogas ist eine spezielle Atemtechnik. Während der Übungen, die aus körperlichen Bewegungs- und Ruhemomenten bestehen, soll die Atmung möglichst tief und gleichmäßig erfolgen. Das mindert nicht nur die Gefahr von Verspannungen, sondern schult gleichzeitig die innere Wahrnehmung: „Mit der richtigen Atmung können Körper, Geist und Seele tief entspannen“, erklärt Stricker.

Nicht ohne Grund werden Yogakurse, auch in der Schwangerschaft, als Vorsorgemaßnahme von vielen Krankenkassen bezahlt oder bezuschusst. „Yoga wirkt zum Beispiel Schlafstörungen, nervöser Unruhe oder Ängsten entgegen, beugt Krampfadern und Wassereinlagerungen vor“, sagt Stricker. Zudem wird der Beckenboden gezielt gestärkt, Verspannungen in Rücken und Schultergürtel, unter denen Schwangere häufig leiden, werden gelöst und die Muskulatur des ganzen Körper gekräftigt. „Frauen lernen im Yoga einen guten Stand und werden beweglicher, insbesondere im Bereich des Beckens. Das kann sehr förderlich für die Geburt sein.“

Entlastung im Kreissaal

Die erlernten Entspannungstechniken und Atemübungen wirkten auch im Kreissaal entlastend: „In Wehenpausen können Frauen mit Yogaerfahrung besser abschalten und Kraft tanken, sie sind aber auch eher in der Lage, in fordernden Situationen gleichmäßig weiterzuatmen.“ Gerade die tiefe, regelmäßige Atmung während einer Geburt gewährleiste, dass das Baby optimal mit Sauerstoff versorgt wird – und so weniger Stress habe, sagt Katja Stricker.

Ein Ersatz für die klassische Geburtsvorbereitung sind die Yogakurse jedoch nicht: „Wer wirklich Theorie lernen und besprechen möchte, sollte noch zusätzlich in die ganz normale Geburtsvorbereitung gehen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung