Präeklampsie in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaftsvergiftung – die Präeklampsie – kann die Nieren der betroffenen Frauen dauerhaft schädigen. Was Frauen zur Vorbeugung tun können – und welche Warnzeichen sie beachten sollten.

Schwangere junge Frau © iStock
(Berlin – 19.03.2018) Präeklampsie, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, ist eine gravierende Schwangerschaftskomplikation, die auch die Nieren in Mitleidenschaft ziehen kann. Frauen, die diese Komplikation durchlebt haben, haben ein dreimal so hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens dialysepflichtig zu werden. Umgekehrt kann eine zugrundliegende Einschränkung der Nierenfunktion bei Schwangeren das Risiko einer Präeklampsie erhöhen.

Erste Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung

Erste Anzeichen sind Bluthochdruck und Eiweiß im Urin. Die Erkrankung kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Dazu kommt: Frauen, die eine Präeklampsie durchlitten haben, sind ihr Leben lang gefährdet, eine chronische Nierenkrankheit („chronic kidney disease“/CKD) zu entwickeln. Sie haben im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen ohne diese Schwangerschaftskomplikation ein über dreimal so hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens dialysepflichtig zu werden. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Frauen wissen, wie sie ihre Nierenfunktion schützen können.

„Auch wenn nur etwa zwei bis drei von 100 Frauen in der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, ist die Nierenvorsorge bei diesen Risikopatientinnen wichtig. Wir erleben immer wieder, dass Frauen, die diese Schwangerschaftskomplikation durchlebt haben, wenige Jahre nach der Entbindung Dialysepatientinnen werden – und das hätte man in vielen Fällen verhindern können“, erklärt Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher, Stuttgart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Maßnahmen zum Schutz der Nieren ergreifen

Neben Nichtrauchen gehören dazu ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht. Bei Diabetikerinnen ist zudem eine optimale Zuckereinstellung und bei Patientinnen mit Bluthochdruck eine Senkung der Blutdruckwerte in den Zielbereich erforderlich, um die Nierengesundheit möglichst lange zu erhalten.  

Auch die Früherkennung einer abnehmenden Nierenfunktion ist wichtig, um rechtzeitig gegensteuern und eine Nierenerkrankung möglichst lange hinauszögern zu können. Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion beim Haus- oder Frauenarzt ist ohnehin ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre im Leistungskatalog vorgesehen. Sie kann bei Frauen mit Präeklampsie bereits früher erfolgen. In manchen Fällen ist eine Überweisung zum Nierenspezialisten (Nephrologen) sinnvoll.

Risikofaktoren für eine Präeklampsie

Verschiedene Studien zeigen, dass umgekehrt eine vorbestehende Nierenkrankheit auch ein bedeutsamer Risikofaktor für die Präeklampsie ist. Doch oft ist jungen Patientinnen im gebärfähigen Alter nicht bekannt, dass sie unter einer Einschränkung der Nierenfunktion leiden. Die Symptome entwickeln sich erst spät im Verlauf. Priv.-Doz. Dr. Dietmar Schlembach, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., unterstreicht die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit. „Da viele junge Frauen nicht regelmäßig zum Hausarzt gehen, kommt uns Frauenärzten eine wichtige Schlüsselrolle bei der Diagnose und Früherkennung von chronischen Nierenerkrankungen zu.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Anja Dolski
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN): Zum Weltnierentag rücken Gynäkologen und Nephrologen die Präeklampsie in den Fokus
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