Grippeimpfung für Schwangere

Wer in der Grippesaison schwanger ist, sollte sich impfen lassen. Die Grippeimpfung ist sowohl für die Mutter als auch das Baby sinnvoll und sicher.

Frau bekommt Impfung © Thinkstock
(München – 30.09.2014) Frauen, die sich während der Grippesaison – also von Dezember bis April – in der Schwangerschaft befinden, sollten sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt und bei ihnen besteht eine größere Gefahr für Komplikationen (zum Beispiel eine Lungenentzündung), wenn sie an Influenza erkranken.

Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Erwachsene um Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. „Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene bestätigt. Es wurde keine erhöhte Zahl von schweren Reaktionen aufgrund einer Impfung festgestellt. Auch die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte war weder erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt“, berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF). „Es werden für Schwangere auch Impfstoffe ohne Wirkverstärker angeboten und es gibt darüber hinaus Impfstoffe ohne Konservierungsmittel und Antibiotika. Bisher gibt es zu keinem Grippeimpfstoff Hinweise auf eine Schädigung des Ungeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft – sie gelten als verträglich und sicher.“

Mutter gibt Antikörper an das Kind weiter

Ein weiterer positiver Aspekt einer Immunisierung gegen Influenza während der Schwangerschaft ist, dass die Neugeborenen von der Impfung ihrer Mütter profitieren. Die Mutter gibt über die Plazenta Antikörper an das Kind weiter, die dem Neugeborenen in den ersten Monaten nach der Geburt einen gewissen Schutz verleihen. „Influenzaimpfstoffe sind für Kinder unter sechs Monaten noch nicht zugelassen. Neugeborene durch die mütterlichen Antikörper vor einer Infektion zu schützen, ist daher ein weiterer wichtiger Aspekt der Grippeimpfung bei Schwangeren", so der Gynäkologe. „Leider zeigen neueste Untersuchungen, dass in Deutschland die Grippeimpfung von Schwangeren nicht gut angenommen wird. Als zentrale Gründe hierfür werden mangelndes Vertrauen in diese Präventionsmaßnahme genannt sowie fatalerweise die Annahme, dass die Impfung nicht notwendig sei. Gut dokumentierte Untersuchungen belegen hingegen die Wirksamkeit und Wichtigkeit der Grippeimpfung bei Schwangeren deutlich.“

Einmalig Impfung in der Grippesaison reicht aus

Für gesunde Schwangere empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. „Wenn bei schwangeren Frauen durch chronische Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Grippekomplikationen vorliegt, kann auch schon im ersten Schwangerschaftsdrittel geimpft werden“, ergänzt Albring. Eine Impfung ist auch während der Stillzeit sinnvoll und erfordert keine Stillpause. Für die jährliche Grippeimpfung ist eine einmalige Injektion des saisonalen Impfstoffs ausreichend. Der Impfschutz ist in der Regel bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt und sechs bis zwölf Monate wirksam. Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (www.frauenaerzte-im-netz.de): Grippe-Impfung in der Schwangerschaft für Mutter und Baby sinnvoll und sicher
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