Kinderrheuma: Auf diese Symptome sollten Eltern achten

Aktuelle Zahlen zeigen: Je früher Rheuma bei Kindern behandelt wird, desto besser. Was Kinderrheuma ist, wie es behandelt wird und wie Sie die Symptome erkennen.

Mädchen mit Kinderrheuma © iStock
(Berlin – 11.10.2019) Aktuelle Zahlen vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum zeigen: Menschen mit Rheuma, die bereits als Kind unter der Erkrankung litten, geht es umso besser, je früher sie wirksam medikamentös behandelt wurden. Sie haben seltener massive Gelenkschäden und Begleiterkrankungen wie Osteoporose oder Kleinwuchs und erreichen häufiger die sogenannte therapiefreie Remission, sind also mit großer Wahrscheinlichkeit geheilt. Entscheidend für den Therapieerfolg ist allerdings, dass die Erkrankung möglichst früh entdeckt wird.

Was ist Kinderrheuma?

Zwei bis drei von 1000 Kindern unter 16 Jahren erkranken an einer Gelenkentzündung. Besteht diese ohne Grund länger als sechs Wochen, spricht man von einer juvenile idiopathische Arthritis (JIA) – Kinderrheuma. Im Durchschnitt dauert es jedoch vier Monate, bis ein Kind mit der Erkrankung bei einem Rheumatologen vorstellig wird. „Innerhalb von Monaten kann es bereits zu nicht umkehrbaren Schädigungen an den Gelenken kommen“, sagt Professor Dr. med. Kirsten Minden, Kinderrheumatologin an der Universitäts-Kinderklinik, Charité, Sozialpädiatrisches Zentrum und Leiterin der AG Kinder- und Jugendrheumatologie am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin.

Die Symptome von Rheuma bei Kindern

Besonders in der frühen Erkrankungsphase ist Rheuma schwer zu erkennen. „Vor allem kleine Kinder benennen in der Regel keine Schmerzen. Sie nehmen eine Schonhaltung ein oder vermeiden bestimmte Bewegungen“, sagt Dr. med. Kirsten Minden. Einige Symptome, die Kinder zeigen, wenn sie unter Rheuma leiden.

  • Schonhaltung oder das Vermeiden von bestimmten Bewegungen
  • Gelenke, die ohne Anlass geschwollen sind. Häufig sind die Knie betroffen.
  • Ein humpelnder Gang
Wenn ein Kind diese Symptome zeigt, sollten die Eltern schnell reagieren und den Kinderarzt aufsuchen. Er hilft dabei, die Symptome einzuordnen und überweist sie, wenn nötig, an den Kinderrheumatologen.

Rheuma bei Kindern frühzeitig behandeln

Neueste Forschungen und Beobachtungsstudien zeigen, dass eine medikamentöse Therapie von Rheuma bei Kindern größere Erfolge verspricht, wenn sie bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung beginnt. Daher lautet die Behandlungsempfehlung für Kinder mit rheumatischen Gelenkentzündungen nun, früher als bisher eine Therapie, unter Umständen auch mit Biologika, in Erwägung zu ziehen. Ziel ist es, in den ersten sechs Behandlungsmonaten eine inaktive Erkrankung zu erreichen. Dahinter steht die Beobachtung, dass ein frühes Krankheitsstadium mit Medikamenten besser beinflussbar ist als ein spätes und frühe Entzündungsprozesse komplett rückbildungsfähig sind.

„Die Wege zum Erreichen einer inaktiven Erkrankung sind allerdings noch nicht ausreichend standardisiert, und frühzeitig zu definieren, welches Kind welche Therapieintensität benötigt, ist noch immer schwierig“, sagt Professor Dr. med. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

Um die Behandlung der Kinder weiter zu harmonisieren und zu optimieren sind weitere möglich. Wie gut diese im Alltag funktionieren, wird jetzt im Rahmen einer bundesweiten Beobachtungsstudie untersucht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. vom 29.08.2019: Rheuma bei Kindern: Auf diese Symptome sollten Eltern achten
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