Hörstörungen bei Kindern

Unkonzentriertheit, Lernprobleme in der Schule, eine auffällige Sprachentwicklung? Manchmal sind Hörstörungen bei Kindern die Ursache – und diese werden oft zu spät erkannt.

Ohruntersuchung bei einem Mädchen. © iStock
(Köln – 29.07.2019) Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung nehmen in unserer Gesellschaft zu – auch bei Kindern. Eine unterschätzte Ursache sind unbemerkte Hörstörungen. Sie erschweren die Entwicklung einer altersgemäßen sprachlichen Kompetenz und damit den schulischen Erfolg von Grundschulkindern. Das können Sie beispielsweise daran erkennen, wenn Ihr Kind Probleme beim Schreiben lernen hat. Eltern sollten daher sehr genau hinschauen und Schwierigkeiten nicht per se auf fremde Umgebung, neue Sozialkontakte und den veränderten Tagesablauf zurückführen. Bei Verdacht helfen HNO-Ärzte, die richtige Diagnose zu stellen.

Hinweise auf Schwerhörigkeit bei Kindern

„Unkonzentriertheiten, schlechter Lernerfolg oder Niedergeschlagenheit sind nicht nur Hinweise auf einen schlechten Start in den neuen Lebensabschnitt, sondern können auch auf Schwerhörigkeit hindeuten“, sagt Dr. Uso Walter Vorsitzender des HNOnet-NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte. Aber auch soziale Ausgrenzung und mögliche Hänseleien infolge sprachlicher Schwächen, können Anzeichen sein. Wer diese bei seinem Kind beobachtet, kann beim HNO-Arzt das Hör- und Sprachvermögen seiner Kinder überprüfen lassen. Neben einer speziellen Ohrmikroskopie umfassen die Untersuchungen beispielsweise verschiedene Hörtests, eine Druckmessung des Mittelohres sowie eine Untersuchung von Nase und Nebenhöhlen.

Ursachen von kindlichen Hörstörungen und negative Folgen vorbeugen

Kindliche Hörstörungen haben vielfältige Ursachen. Selbst häufige, vorübergehende Mittelohrschwerhörigkeiten bei Kindern haben ab einer Dauer von mehr als drei Monaten pro Jahr – auch in Form von mehreren kürzeren Phasen, die in der Summe über drei Monate liegen – nachweislich nachteilige Auswirkungen auf die Sprachentwicklung. Man spricht von einer negativen Jahreshörbilanz. Schon ab der Geburt kann es durch Belüftungsstörungen des Mittelohres oder nicht erkannten Schäden des Innenohres zu Problemen der akustischen Verarbeitung und damit der sprachlichen Entwicklung kommen.  

„Da sich verschiedene Fähigkeiten unseres Gehirns zudem in ganz bestimmten Zeiträumen ausbilden, lassen sich so entstandene Defizite später nicht einfach ausgleichen“, sagt Dr. Walter. Um solchen Sprachentwicklungsstörungen schon vor der Einschulung effektiv vorzubeugen, gibt es das Programm Uplus. Es sieht zusätzlich zu den U-Untersuchungen beim Kinderarzt präventive Kontrollen der Hörkompetenz und Sprachentwicklung zu definierten Zeitpunkten von Geburt an vor.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.07.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Presseinformation der HNOnet NRW vom 01. Juli 2019: Hörstörungen beeinflussen schulischen Erfolg
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