Mittelohrentzündung bei Kindern: Antibiotika als Ausnahme

Die akute Mittelohrentzündung ist eine häufige Kinderkrankheit. Was Sie tun sollten, wenn Ihr Kind erkrankt ist und wann Antibiotika notwendig sind.

Arzt untersucht Kinderohr © iStock
(Bad Homburg – 05.12.2018) Babys und Kleinkinder erkranken häufig an einer akuten Mittelohrentzündung. Die Erkrankung kann zwar stark schmerzen, ist aber nicht unbedingt gefährlich und heilt meist in zwei bis drei Tagen von selbst wieder aus. Oft genügt es, die Schmerzen zu lindern.

Mittelohrentzündung: Kinder können die Schmerzen oft nicht zuordnen

Die akute Mittelohrentzündung tritt meist mit einer Erkältung, Halsentzündung oder Grippe auf. Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder. Der Grund: Die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr ist bei ihnen noch sehr kurz. Viren oder Bakterien führen zu Schwellungen im Rachenraum. Dadurch schwillt auch die Schleimhaut der Ohrtrompete und des Mittelohres an. Es kommt zu einem Sekretstau, der sich durch Schmerzen und Hörminderung bemerkbar machen kann. Vor allem kleine Kinder können ihre Schmerzen noch nicht richtig zuordnen. Sie klagen über Bauchweh, obwohl ihnen die Ohren wehtun oder schütteln den Kopf und reiben die Ohren. Nach dem siebten Lebensjahr sind Mittelohrentzündungen seltener, weil sich die Ohrtrompete und das Immunsystem weiterentwickelt haben.

Besuch beim Kinderarzt: Wann er notwendig ist

Bei Säuglingen bis zum Alter von sechs Monaten, sollten die Eltern bei Symptomen frühzeitig zum Arzt gehen. Außerdem, wenn das Kind hohes Fieber – ab 39 Grad Celsius – und ein starkes Krankheitsgefühl hat, das Immunsystem geschwächt ist oder wiederholt Mittelohrentzündungen aufgetreten sind beziehungsweise das Ohr bereits operiert wurde.  

Bei der körperlichen Untersuchung führt der Kinderarzt unter anderem eine Ohrenspiegelung durch, um das Trommelfell von außen zu beurteilen. Gemeinsam lässt sich dann besprechen, wie behandelt wird. Im Mittelpunkt steht, die Schmerzen schnell zu lindern. Bessern sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht oder treten Probleme wie Hörstörungen auf, sollten Sie erneut den Arzt aufsuchen.

Wann sind Antibiotika notwendig?

Viele Mediziner und Wissenschaftler halten es für problematisch Kindern schon beim Verdacht auf eine Mittelohrentzündung ein Antibiotikum zu geben. Durch den häufigen Gebrauch dieser Medikamente lässt ihre Wirksamkeit nach, da die Bakterien Resistenzen bilden.  

Wenn allerdings Säuglinge unter sechs Monaten unter eitrigem Ausfluss aus dem Ohr leiden oder bei Kindern unter zwei Jahren beide Ohren entzündet sind, wird die Einnahme von Antibiotika empfohlen. Sind Antibiotika verordnet, sollten sie für den vom Arzt vorgesehenen Zeitraum eingenommen werden.  

Manchmal verbleibt nach einer akuten Mittelohrentzündung Flüssigkeit im Mittelohr, ein sogenannter Paukenerguss entsteht. Er kann zu Hörstörungen und einer verzögerten Sprachentwicklung führen. Solche Komplikationen sind zwar selten, dennoch sollten Eltern das Hörvermögen ihrer Kinder nach der Erkrankung beobachten.

Bei Fieber helfen: Wadenwickel

Hat Ihr Kind Fieber, können Wadenwickel helfen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die in Wasser getränkten und ausgewrungenen Wickel nur etwas kühler als die Körpertemperatur sind. Die Wickel können Sie bis zu drei Mal erneuern und Ihr Kind sollte dabei zugedeckt sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Presseinformation der AOK Hessen vom 15. November 2018: Mittelohrentzündung bei Kindern: Antibiotika nur in Ausnahmefällen geben
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