Mit Lippenherpes kein Baby küssen!

Herpesinfektionen können für Säuglinge lebensbedrohlich sein. Wie Sie Ihr Kind schützen, wo Infektionsquellen liegen und woran Sie eine Gehirnentzündung erkennen.

Frau mit Baby im Arm © iStock
(Köln – 02.10.2018) Herpesviren können für Säuglinge gefährlich werden, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. So schützen Sie Ihr Neugeborenes vor einer Infektion.

So schützen Sie ihr Kind vor einer Infektion mit Herpesviren

Eltern und Personen, die Säuglinge betreuen und pflegen sollten einen Mundschutz tragen und die Babys nicht küssen, wenn sie unter Lippenherpes leiden. Bei immungeschwächten Kindern sollten Betroffene besonders vorsichtig sein. „Sind die Brustwarzen befallen, muss die Mutter leider auf das Stillen verzichten. In jedem Fall sollten Menschen mit Herpesbläschen – unabhängig davon, ob sich die Läsionen auf den Lippen oder im Mundraum oder auf anderen Hautstellen befinden – diese nicht berühren und auf besondere Hygiene achten. Das heißt, sie sollten ihre Hände häufig und sorgfältig waschen sowie desinfizieren“, sagt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Herpes bei Neugeborenen schnell lebensbedrohlich

Bei Neugeborenen kann das Virus schnell eine lebensbedrohliche Situation auslösen, wenn es das zentrale Nervensystem, die Leber, die Lunge, die Haut und die Augen angreift. Nach einer Infektion können auch dauerhafte Hirnschäden zurückbleiben.

Infektionsquellen: Wo sich das Baby ansteckt

85 Prozent der Fälle, in denen Herpesviren von Mutter zu Kind übertragen werden, ereignen sich während der Geburt. Die Mutter ist in diesen Fällen mit Genitalherpes infiziert. Deshalb empfehlen Ärzte bei aktivem Genitalherpes einen Kaiserschnitt. Eine Ansteckung des ungeborenen Babys über die Plazenta oder das Fruchtwasser ist selten. Bei etwa Dreiviertel der Neugeborenen, die sich mit Herpes infizieren, wissen die Mütter nicht, dass sie infiziert sind.

Wenn die Infektion nach der Geburt passiert, erfolgt sie in der Regel durch den direkten Kontakt des Neugeborenen mit infizierten Personen – hauptsächlich von der Mutter durch Küssen, meist über Lippenbläschen oder Bläschen auf der Haut.

Symptome einer Gehirnentzündung

Entwickelt sich nach einer Infektion eine Gehirnentzündung, eine Herpes-Enzephalitis, können die Krankheitszeichen zunächst einer Grippe ähneln. Der Säugling hat eine fahle Hautfarbe, wirkt teilnahmslos oder unruhig, ist zittrig oder krampft. Auch Fieber kann auftreten. Die typischen Herpesbläschen treten bei nur etwas mehr als der Hälfte der infizierten Babys auf. Erkrankte Säuglinge müssen rasch mit antiviralen Medikamenten behandelt und intensivmedizinisch betreut werden. Jeder Tag ohne Behandlung erhöht das Sterberisiko. Kinder, die jünger als zwei Wochen sind, sind besonders gefährdet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.10.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: News der Kinder- & Jugendärzte im Netz vom 19.09.2018: Mit Lippenherpes kein Baby küssen!
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