STIKO-Empfehlung: HPV-Impfung für Jungen

Die STIKO – die ständige Impfkommission – empfiehlt, nun auch Jungen gegen humane Papilloviren zu impfen. Bisher übernahmen die Kassen die HPV-Impfung nur für Mädchen, ab August 2018 nun auch für Jungen. Die Impfung schützt vor vielen Krebserkrankungen – vor allem im Intimbereich.

Jugendliche © iStock
(Berlin – 14.06.2018) Die Ständige Impfkommission vom Robert Koch Institut (RKI) hat nun ihre Empfehlung für eine HPV-Impfung für Jungen  im Alter von neun bis 14 Jahren ausgesprochen und rät zu einer Nachholimpfung bis zum Alter von 17 Jahren. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen – sie schützt gegen Gebärmutterhalskrebs – ändert sich nicht.

Die Empfehlung gilt ab August dieses Jahres. In den drei darauf folgenden Monaten prüft der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) dann die Schutzimpfungsrichtlinie, die regelt, welche Kosten die Gesetzliche Krankenversicherung übernehmen. In der Regel folgt der GBA den Empfehlungen der STIKO.

Deshalb ist eine HPV-Impfung auch für Jungen sinnvoll

„HPV kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch Analkrebs, Peniskrebs, Vulvakrebs, Vaginakrebs und Krebsformen im Mund-Rachen-Bereich verursachen", sagt der Vorsitzende der STIKO, Jan Leidel. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist Analkrebs fast so häufig wie Gebärmutterhalskrebs bei Frauen.

Die HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen – optimalerweise vor dem ersten Sex – verhindert nicht nur Gebärmutterhalskarzinome, sondern auch andere HPV-assoziierte Karzinome von Frauen und Männern. Dazu gehören Krebserkrankungen von Vulva, Scheide, Penis, After, Mund, Rachen und Kehlkopf. „Zudem schützt die Impfung beide Geschlechter vor den wesentlich häufigeren Anogenitalwarzen. Diese sind zwar gutartig, aber hoch ansteckend, häufig wiederkehrend und für die Betroffenen äußerst unangenehm“, sagt Dr. Wolfgang Bühmann vom Berufsverband der Deutschen Urologen e.V..

Zu wenig Mädchen sind gegen HPV geimpft

„Angesichts unzureichender HPV-Impfquoten der Mädchen in Deutschland mit einer Durchimpfungsrate von 31 Prozent bei den 15-jährigen Mädchen und folglich einer unzureichenden Herdenschutzwirkung war zehn Jahre nach der STIKO-Empfehlung für eine alleinige Mädchenimpfung eine Überprüfung der wissenschaftlichen Literaturlage dringend notwendig“, sagt Prof. Dr. Peter Schneede, HPV-Experte der DGU.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie vom 13.06.2018: Nach der STIKO-Empfehlung: Urologen unterstützen Implementierung der HPV-Impfung für Jungen.
  • Vorabinformation des Robert Koch Instituts vom 07.06.2018: STIKO empfiehlt HPV-Impfung für Jungen.
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