Trotzanfälle bei Kindern: Der richtige Umgang

Wenn ein Kind einen Trotzanfall hat, versuchen Sie es abzulenken – so vergessen die Kinder ihren Ärger. In extremen Fällen sollten Sie sich frühzeitig Hilfe holen.

Kind schreit © iStock
(Köln – 16.05.2018) Ein trotziges Kind ist meist laut, aggressiv und bockig. Das belastet das Kind selbst und die Familie. Allerdings sind Trotzanfälle im zweiten und dritten Lebensjahr meist eine vorübergehende Phase. „Sie sind Anzeichen dafür, dass ein Kind noch nicht richtig mit Frustration umgehen kann, wenn Wunsch und Realität nicht übereinstimmen. Eltern sollten sich bewusst sein, dass Trotzanfälle ihnen gegenüber nichts mit Ablehnung zu tun haben. Von den Eltern ist Geduld und Gelassenheit gefordert und das Geschick, ihr Kind abzulenken. Denn Kinder wechseln ihre Aufmerksamkeit schnell und vergessen dabei ihren Ärger. Tauchen ähnliche Konfliktsituationen immer wieder auf, sollten Eltern soweit wie möglich vorbeugende Maßnahmen ergreifen“, sagt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Fehlverhalten sofort ansprechen

In der Trotzphase zeigen Kinder auch erste verbale und körperliche Aggressionen: Sie nehmen anderen ein Spielzeug weg, schubsen oder stoßen Gleichaltrige oder beißen, kratzen, schlagen und treten sie. „Dieses Verhalten sollten Eltern sofort ansprechen und deutlich machen, dass es nicht erwünscht ist. Am besten können Eltern das vermitteln, wenn sie sich auf Augenhöhe des Kindes begeben und den Blickkontakt zu ihm suchen. Positives Verhalten sollte zur Verstärkung gelobt werden. Autoaggressive Verhaltensweisen, wie mit der Faust gegen die Wand schlagen, sollten ignoriert werden, sofern keine Selbstverletzungsgefahr besteht“, rät Dr. Niehaus.

Hilfe suchen bei Überforderung oder extremen Trotzanfällen

Wenn Kinder besonders stark trotzen und die Eltern dadurch in Rage versetzen, ist es besser, dass Vater oder Mutter den Raum verlassen, bevor er oder sie sich zu körperlichen Strafen hinreißen lassen. „Eltern sollten sich frühzeitig von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen, wenn sie sich überfordert fühlen“, sagt Dr. Niehaus.

Außerdem empfiehlt die Ärztin ein Gespräch mit einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten bei exzessivem Trotzen – also wenn ein Kind mindestens drei Trotzanfälle von mindestens 15 Minuten Dauer pro Tag hat – oder wenn eine Trotzphase länger anhält und die Kinder sich durchgängig ihren Eltern widersetzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.05.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. vom 28.02.2018: www.kinderaerzte-im-netz.de . Trotzanfälle: Ablenkung hilft.
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