Gehirnerschütterung bei Kindern

Eine Gehirnerschütterung kann sich bei Kindern durch körperliche, geistige oder psychische Problemen bemerkbar machen. Was dann zu beachten ist.

Kind mit Gehirnerschütterung © iStock
(Köln – 14.03.2018) Eine Gehirnerschütterung ist eine leichte Verletzung des Gehirns, die durch einen Schlag oder Stoß auf den Kopf entsteht. Kopfschmerzen, Übelkeit, aber auch emotionale Probleme können die Folge sein. „Die Anzeichen für eine Gehirnerschütterung reichen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit über Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Denken, emotionale Probleme bis hin zu Bewusstlosigkeit. Weinen ohne Grund kann auch ein Zeichen sein. Bei Krämpfen, Schwäche in den Gliedmaßen, verwaschener Sprache und Verwirrtheit sollte umgehend eine Ambulanz gerufen werden“, sagt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die Symptome können auch zeitverzögert auftreten.

Das Gehirn braucht nach einer Gehirnerschütterung Zeit, um sich zu regenerieren

Das Gehirn ist im Schädel von einer schützenden Flüssigkeit – dem sogenannten Liquor – umgeben. Schlägt der Kopf mit großer Geschwindigkeit auf einen harten Gegenstand oder wird der Kopf durch einen Stoß heftig bewegt, kann das Hirn trotzdem an den Schädelknochen prallen. Dann gehen neuronale Verbindungen verloren. Diese können sich nur mit ausreichend Erholungszeit – etwa sechs bis zehn Tage je nach Schwere der Gehirnerschütterung – wieder regenerieren. Wiederholte Erschütterungen führen aber zu Entzündungsreaktionen – und Gehirnzellen sterben ab.

„Nach etwa zwei bis vier Tagen Ruhepause können Schüler eventuell wieder in die Schule gehen – vorausgesetzt, sie können sich eine Dreiviertel- bis zwei Stunden ohne Verstärkung von Kopfschmerzen und anderen Beschwerden geistig beschäftigen, zum Beispiel lesen. In die Schule sollten sie aber nur dann, wenn sie die Anstrengungen schrittweise anpassen und Ruhezeiten in der Schule einhalten können. Dafür kann eine schriftliche Empfehlung des Arztes hilfreich sein“, so der Kinder- und Jugendarzt.

Folgende Maßnahmen können den Schulalltag erleichtern:

  • regelmäßige Pausen
  • geringe Gewichtsbelastung – zum Beispiel durch den Schulranzen
  • ein Sitzplatz fern vom Fenster (lichtarm) – eventuell das Tragen einer Sonnenbrille
  • zunächst Sportverzicht
  • Rolltreppen und Fahrstuhl nutzen
  • unnötige Geräuschbelastung vermeiden oder ein Hörschutz tragen
  • die Nutzung von Computer, Handys und sonstigen Bildschirmen auf ein Minimum reduzieren
  • das Lesen einschränken
Die Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ der ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung empfiehlt nach einer Gehirnerschütterung ein 5-Stufen-Programm:
  • Stufe 1: keine geistige Aktivität
  • Stufe 2: 5- bis 15-minütige geistige Aktivitäten
  • Stufe 3: Erhöhung der geistigen Tätigkeiten mit 20- bis 30-Minuten-Intervallen
  • Stufe 4: schrittweiser Schulbeginn mit ein bis zwei Stunden Konzentrationszeit
  • Stufe 5: Wiederaufnahme der vollen geistigen Arbeit
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.03.2018
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Gehirnerschütterung kann sich in Form von körperlichen, geistigen oder psychischen Problemen bemerkbar machen
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