Verstopfung bei Kindern

Kinder leiden häufig an Verstopfungen. Was die Ursachen dafür sein können und wann Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen sollten.

Kind sitzt auf dem Topf und hat Verstopfung © iStock
(Köln – 12.12.2017) Verstopfung (Obstipation) ist weltweit eines der häufigsten Probleme bei Kindern. Bei Kleinkindern bis zum Alter von vier Jahren muss diese Störung mindestens einen Monat angehalten haben, bei älteren Kindern mindestens zwei Monate, um von einer chronischen Obstipation sprechen zu können. „In der Regel ist die zugrunde liegende Störung einer Verstopfung funktionell – das heißt, es liegt keine organische Ursache im Sinne einer Fehlanlage oder Fehlfunktion des Darmes vor. Obstipation ist in der Regel eine Folge von falscher Ernährung und zu wenig Bewegung“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Nur bei Säuglingen bis zu einem Alter von sechs Monaten ist besondere Aufmerksamkeit notwendig, da hier organische Störungen häufig sind.“

Oft zu schlackenarme Ernährung

Fegeler empfiehlt Eltern, ihre Kinder mit Verstopfung früh genug dem Arzt vorzustellen, damit dieser anhand der Ernährungsgewohnheiten, der Anzahl der Stuhlentleerungen und der Stuhlkonsistenz Rückschlüsse auf die Ursache ziehen und eine Chronifizierung der Verstopfung verhindern kann. Sehr häufig bestehen Ernährungsfehler, wobei den Kindern meist eine zu schlackenarme Ernährung angeboten wird. „Reichlich Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte in der Ernährung sorgen für genügend Ballaststoffzufuhr und können einer Verstopfung vorbeugen. Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, um eine Darmentleerung zu fördern. Darüber hinaus ist Pflaumen-, Birnen-, Ananas- und Apfelsaft, die alle einen hohen Sorbitgehalt haben, empfehlenswert“, so der Experte.

Bei bestehender Verstopfung helfen Medikamente

Doch liegt bereits eine Verstopfung vor, muss zunächst der in den untersten Darmanteilen verfestigte Stuhl entleert werden. Hierzu bieten sich Medikamente an, die im Darm verbleiben und nicht resorbiert werden. Sie binden Wasser und weichen dadurch den Stuhl auf. Hierzu zählen Polyethylenglykol (Macrogol) und Sorbit. Bei gleichzeitiger Umstellung auf eine ballastreiche Ernährung sollte es zu einer guten und schmerzfreien Stuhlentleerung kommen. „Allein nur Ballaststoffe bei einer bereits vorliegenden Verstopfung zu geben, ohne diese zunächst zu entfernen, ist nicht empfehlenswert“, erklärt Fegeler. „Ein solches Vorgehen verursacht eher starke Blähungen.“

Wann Kinder häufig eine Verstopfung entwickeln

Mit etwa einem Jahr, wenn feste Nahrung eingeführt wird, während des Toilettentrainings und bei Kindern im schulpflichtigen Alter, die während des Unterrichts auf den Toilettengang verzichten, sind „typische“ Phasen für die Entwicklung einer Verstopfung. Bauchschmerzen, Krämpfe oder Übelkeit, Kotspuren in der Unterwäsche und schlechter Appetit können Anzeichen dafür sein. Neben einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung können regelmäßige Toilettengänge zu einem bestimmten Zeitpunkt den Stuhlgang wieder normalisieren. „Bei Anzeichen einer Verstopfung sollten Eltern immer den Kinder- und Jugendarzt zurate ziehen. Liegt keine andere Krankheit vor, muss ein Teufelskreis verhindert werden. Denn je länger der Stuhl im unteren Darmtrakt bleibt, desto größer, fester und trockener wird er. Dann wird die Entleerung immer schwieriger und schmerzhafter. Das Kind hält den Stuhl aus Angst vor Schmerzen immer mehr zurück“, sagt der Kinder- und Jugendarzt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte im Netz: Ballaststoffe allein sind meist keine Hilfe bei Verstopfungen
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