Hormonelle Verhütung

Viele Frauen verhüten mit hormonellen Methoden wie Pille oder Hormonspirale. Fast jede Zweite klagt dabei jedoch über Nebenwirkungen.

Frau hält Pillenpackung in der Hand © iStock
(München – 05.10.2017) Schnell, sicher und bequem: Nach wie vor greifen viele Frauen auf hormonelle Verhütungsmethoden zurück. Kein Wunder – sorgen sie bei richtiger Einnahme und Anwendung für zuverlässigen Schutz und sexuelle Freiheit. Doch neue Zahlen alarmieren. Eine repräsentative Umfrage der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) zeigt: Jede Zehnte leidet unter Depressionen als Nebenwirkung von hormoneller Verhütung wie Pille oder Hormonspirale.

Pille ist das bevorzugte Verhütungsmittel

Dass die Antibabypille ein Medikament mit ernstzunehmenden Nebenwirkungen ist, ist längst bekannt. Dennoch gilt sie bei vielen Frauen nach wie vor als bevorzugtes Verhütungsmittel: Laut SBK-Umfrage nehmen 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 38 Prozent der 25- bis 34-Jährigen die Antibabypille. Bei den 35- bis 45-Jährigen sind es noch 18 Prozent und neun Prozent bei den Befragten zwischen 45 und 54 Jahren.

Nebenwirkungen: Depressionen, Kopfschmerzen, Libidoverlust

Jede zehnte Frau gibt an, infolge der hormonellen Verhütung unter Depressionen zu leiden oder gelitten zu haben. Fast ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen gibt an, diese Nebenwirkung (gehabt) zu haben. „Das ist ein beunruhigendes Ergebnis“, sagt Dr. Alexander Klostermann, Gynäkologe beim SBK Gesundheitstelefon. „Stellt eine Depression doch eine ernste psychische Krankheit dar, die die Betroffenen schwer belastet und behandelt werden sollte.“ Häufige Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme (28 Prozent), Kopfschmerzen/Migräne (17 Prozent) und sexuelle Unlust (neun Prozent). Besonders jüngere Frauen zwischen 18 und 24 Jahren bemerken häufiger Nebenwirkungen (65 Prozent). Betrachtet man alle Altersklassen zusammen, so gaben 51 Prozent der Befragten an, keine Nebenwirkungen wahrgenommen zu haben.

Viele sind Alternativen gegenüber aufgeschlossen

Die Umfrage zeigt, dass viele Frauen auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten oder Alternativen gegenüber aufgeschlossen sind. So gaben 15 Prozent aller Befragten an, dass sie die Antibabypille noch nie eingenommen haben und diese auch zukünftig nicht als Verhütungsmethode für sie in Betracht kommt.

Alternativ zur hormonellen Verhütung stehen bei den Teilnehmerinnen aller Altersklassen Kondome hoch im Kurs (48 Prozent). Die Kupferspirale ist vor allem für die Altersgruppen 18 bis 24 (26 Prozent) und 25 bis 34 (20 Prozent) eine Option. Auch die Kalendermethode, bei der eine Berechnung anhand der Zykluslänge stattfindet, ist für elf Prozent der Frauen eine Überlegung wert. Für Frauen zwischen 18 und 34 Jahren würden jedoch auch andere hormonelle Verhütungsmethoden – beispielsweise eine Pille mit anderer Zusammensetzung – trotz Nebenwirkungen infrage kommen (41 Prozent). Nichtsdestotrotz würden insgesamt 63 Prozent aller Frauen nicht-hormonelle Verhütungsmethoden als Alternative in Erwägung ziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK): Hormonelle Verhütung: Jede 10. Frau mit Depressionen
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