Stillen gegen Endometriose

Forscher haben beobachtet: Stillen reduziert das Risiko, dass die Mutter später an Endometriose erkrankt. Je länger sie stillt, desto besser.

Frau stillt ihr Baby © iStock
(Bonn – 25.09.2017) Stillen hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile für das Kind, sondern auch für die Mutter. Nach einer US-amerikanischen Langzeitstudie erkranken Frauen, die ihre Kinder längere Zeit stillen, in ihrem späteren Leben seltener an einer Endometriose – eine chronische, nicht heilbare Krankheit, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter gebildet wird.  

Viele Betroffene leiden an Unterbauchschmerzen, schmerzhafter Menstruation und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler des Brigham and Women´s Hospital in Boston mehr als 72.000 Krankenschwestern regelmäßig zu ihren Schwangerschaften, Stillzeiten (mit und ohne Zufüttern) und ihrer ersten Menstruation nach der Geburt. Im Laufe von über 20 Jahren Beobachtungszeitraum wurde bei knapp 3.300 Frauen nach der ersten Schwangerschaft eine Endometriose diagnostiziert.

Stillen senkt das Endometrioserisiko um bis zu 40 Prozent

Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass sich das Erkrankungsrisiko durch Stillen um bis zu 40 Prozent senken lässt. Bei Frauen mit einer Stillzeit von über drei Jahren wurden 184 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre festgestellt – im Gegensatz zu 453 bei einer Stillzeit von weniger als einem Monat. Bei Frauen, die ihre Kinder insgesamt mindestens 18 Monate ohne Zufüttern gestillt hatten, war die Wahrscheinlichkeit um knapp 30 Prozent geringer. Je länger die Stillzeit, desto stärker der Effekt: Pro drei Monate Stillen verminderte sich das Endometrioserisiko um 8 Prozent, beim Stillen ohne Zufüttern sogar um 14 Prozent.

Warum das Stillen schützt, ist noch nicht geklärt

Wie das Stillen der Erkrankung vorbeugt, ist nicht abschließend geklärt. Es könnte aber damit zusammenhängen, dass beim Stillen vorübergehend die Monatsblutung ausbleibt. Wahrscheinlich spielen aber auch andere Faktoren wie die veränderte Hormonsituation eine Rolle, erklären die Wissenschaftler im „British Medical Journal“. Allerdings können – wie bei jeder Beobachtungsstudie – keine ursächlichen Beziehungen nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Hintergründe zu entschlüsseln. Ebenfalls interessant zu wissen wäre, ob Stillen die Symptome einer diagnostizierten Endometriose lindern kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (Heike Kreutz): Je länger, desto besser: Stillen kann Endometriose vorbeugen
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