Kinder nicht mit Essen trösten

Eine norwegische Studie zeigt: Kinder, die von ihren Eltern oft mit Süßigkeiten getröstet wurden, neigen auch später zu „emotionalem Essen“.

Mädchen mit großem Lutscher in der Hand © iStock
(Köln – 20.09.2017) Um ihr Kind zu trösten, geben manche Eltern ihren Kindern gern Süßigkeiten. Das sollten sie allerdings besser vermeiden. Denn eine norwegische Studie weist jetzt darauf hin, dass Kinder, deren Eltern sie häufig mit Essen trösteten, auch später zu „emotionalem Essen“ neigen. „Mit emotionalem Essen stillen Menschen nicht ihren Hunger, sondern sie bekämpfen schlechte Gefühle. Kinder entwickeln Bewältigungsstrategien, um Unangenehmes zu vermeiden. Erhalten sie oft etwas Süßes gegen ihren Schmerz oder andere unschöne Erfahrungen, eignen sie sich diese Methode gerne an“, erklärt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Beim emotionalen Essen wird meist Kalorienreiches verzehrt

Der Untersuchung um Prof. Dr. Silje Steinsbekk von der Universität in Trondheim zufolge zeigten Kinder, deren Eltern ihnen im Alter von vier Jahren Naschereien zur Beruhigung angeboten hatten, im Alter von sechs, acht und zehn Jahren vermehrt Anzeichen von emotionalem Essen. Nahrungsmittel, die Kinder gegen Furcht, körperliche oder seelische Verletzungen verzehren, sind in der Regel auch besonders kalorienreich – zum Beispiel Süßigkeiten.

Kohlenhydratreiche Speisen regen die Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin an und Zucker die Ausschüttung von Dopamin – beide können das Wohlbefinden steigern. Serotonin gilt deshalb auch als „Glückshormon“. Die norwegischen Experten konnten zudem beobachten, dass Kinder, die sich schneller aufregten und/oder sich gut durch Leckereien beruhigen ließen, auch tendenziell mehr von den Eltern damit besänftigt wurden. Das erklärt zum Teil, warum Kinder, die leicht aus der Fassung geraten, eher emotionale Esser sind.

Umarmungen und liebevolles Zureden statt Süßigkeiten

Dr. Niehaus rät Eltern: „Umarmen Sie Ihr Kind und sprechen Sie liebevoll mit ihm, wenn es traurig ist oder ihm etwa wehtut. Vielleicht kann auch die Aussicht auf eine Geschichte helfen, die Sie ihm vorlesen. Finden Sie heraus, was Ihrem Kind helfen kann – aber ohne Kalorien.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Kinder nicht mit Essen trösten
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung