Welche Säuglingsnahrung ist die richtige?

Stillen ist ideal für Babys, doch nicht immer klappt es. Welche Säuglingsnahrungen sichere Alternativen sind – und wo Vorsicht angebracht ist.

Baby trinkt Milch aus der Flasche © iStock
(Bonn – 12.09.2017) Muttermilch ist das natürlichste und beste Nahrungsmittel für Säuglinge in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten, denn sie ist in ihrer Zusammensetzung den kindlichen Bedürfnissen optimal angepasst. Zudem enthält sie nur Spuren an artfremdem Eiweiß aus der Nahrung der Mutter. So kann sich das kindliche Immunsystem langsam an diese potenziell allergieauslösende Stoffgruppe gewöhnen. Für Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko ist ausschließliches Stillen in den ersten vier Lebensmonaten daher besonders wichtig. Doch was tun, wenn es mit dem Stillen nicht klappt?

„Säuglinge, die nicht gestillt werden, brauchen eine nach den gesetzlichen Regelungen hergestellte Säuglingsanfangsnahrung“, erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ernährung am Kinderspital der Universitätsklinik München. Für Kinder, die aufgrund einer erblichen Vorbelastung ein erhöhtes Allergierisiko haben, kommt dabei nur hypoallergene (HA) Nahrung auf Kuhmilchbasis infrage, deren allergievorbeugende Wirkung durch wissenschaftliche Studien belegt ist. Für nicht gestillte Säuglinge, die bereits eine Allergie gegen Milcheiweiß entwickelt haben, gibt es therapeutische Spezialnahrungen, die vom Kinderarzt verschrieben werden.

Vorsicht bei alternativen Säuglingsnahrungen

Bei Säuglingsnahrungen auf pflanzlicher Basis oder solchen, die aus Milch anderer Tierarten als Kühen hergestellt wurden, rät Koletzko zur Vorsicht: „Sojamilch ist wenig verwandt mit der Muttermilch und nicht gleichwertig in Bezug auf die Nährstoffe, die Babys brauchen. Gleichzeitig enthält sie Substanzen, die in der Muttermilch nicht in nennenswerten Mengen enthalten sind und möglicherweise unerwünschte Wirkungen haben – zum Beispiel Phytoöstrogene.“ In Einzelfällen – etwa bei der sehr seltenen angeborenen Milchzuckerunverträglichkeit – kann eine solche Nahrung nach Rücksprache mit dem Kinderarzt gegeben werden.

Säuglingsnahrung auf Basis von Ziegenmilch – nicht zu verwechseln mit reiner Ziegenmilch – ist in Deutschland seit 2014 zur Ernährung von Säuglingen zugelassen, dabei aber deutlich teurer als Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis. „Zur Allergievorbeugung eignet sie sich nicht, da sie ein ähnlich allergenes Potenzial besitzt wie herkömmliche Kuhmilchnahrung“, so der Experte. Dasselbe gilt für sojabasierte Säuglingsmilch, denn auch Soja hat ein hohes allergenes Potenzial. Vor anderen Alternativen wie Stuten- oder Mandelmilchnahrung warnt Koletzko ausdrücklich: „Solche Nahrungen sind für das Wachstum und die Entwicklung von Säuglingen ungeeignet. Sie zu füttern kommt einem unkontrollierten Experiment am Kind gleich – mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Haut- und Allergiehilfe: Wenn Stillen nicht geht: Welche Säuglingsnahrungen sind sichere Alternativen?
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