Einwärtsgang bei Kindern

Wenn Kinder einwärtsgehen, also die Füße nach innen drehen, kann das verschiedene Ursachen haben. Wann Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen sollten.

Kind läuft im Park © iStock
(Köln – 15.03.2017) Kleine Kinder zeigen häufig einen Einwärtsgang, der bei manchen von ihnen bis zum Grundschulalter anhält. In den meisten Fällen korrigiert sich diese Gangart von selbst und erfordert keine Behandlung.

Bemerken Eltern aber, dass ihr Kind Schwierigkeiten beim Gehen hat, häufig stolpert oder hinfällt, sollten sie mit ihm zum Arzt gehen – und ihm auf keinen Fall ohne ärztlich Anweisung Korrekturschuhe anziehen. „Wenn sich der Einwärtsgang verschlimmert oder das Kind sogar hinkt oder Schmerzen angibt, sollten Eltern unverzüglich den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Ob sich die Gangart verändert, können Eltern – wenn sie unsicher sind – mithilfe von kurzen Videoaufnahmen im Abstand von einem Jahr erkennen. Dabei sollten sie ihr Kind beim Gehen von vorne und von hinten aufnehmen.

Ursachen für das Einwärtsgehen

Die Einwärtsdrehung der Füße kann auf unterschiedlichen Ursachen beruhen. Säuglinge können eine Einwärtsdrehung des Vorfußes zeigen, die sich in der Regel schnell korrigiert. Beginnen Kinder zu laufen und die Füße einwärts zu drehen, kann gerade im frühen Kleinkindalter eine knöcherne Einwärtsdrehung des Schienbeines (Tibia) der Grund sein – auch das „korrigieren“ die Zeit und das Wachstum.

Am häufigsten – und durchaus bis zum neunten Lebensjahr – besteht die Ursache in einer Innenrotation des Oberschenkelknochens (Femur) in den Hüftgelenken. Mit zunehmendem Wachstum richtet sich das Becken auf und durch die damit verbundenen statischen Veränderungen ändert sich auch die Rotation des Oberschenkelknochens. „Betroffene Kinder bevorzugen unter anderem den Zwischenfersensitz – auch Najadensitz genannt. Dabei befindet sich das Gesäß beim Sitzen zwischen beiden nach außen gewinkelten Beinen. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen sind operative Korrekturen notwendig“, erklärt Dr. Fegeler.

Ultraschall bei der U3 zeigt Fehlbildungen des Hüftgelenks

Ob eine Fehlbildung der Hüftgelenke vorliegt, kann der Kinder- und Jugendarzt durch eine Ultraschalluntersuchung der Hüfte beim Baby feststellen, die er routinemäßig bereits im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3 zwischen der vierten und fünften Lebenswoche durchführt. Auch, wenn der Innenrotationsgang noch jenseits des neunten Geburtstags auffällt, ist ein Arztbesuch angeraten. Bei besonderen Auffälligkeiten ist die Überweisung zum Kinderorthopäden notwendig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jungendärzte: „Einwärtsgehen“ bei Kindern selten bedenklich
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