Mittagsschlaf im Kindesalter

Es gibt Vorschulkinder, die schlafen mittags gerne, viele wollen jedoch keinen Mittagsschlaf mehr machen. Wie Eltern dann reagieren sollten.

Mädchen schläft © iStock
(Köln – 29.12.2016) Manche Kinder machen im Vorschulalter noch gerne einen Mittagsschlaf, andere wollen sich partout mittags nicht mehr hinlegen. „Eltern sollten Kinder in diesem Alter nicht zu einem Mittagsschlaf zwingen, wenn sie von sich aus nicht mehr wollen. Denn nur wenn Kinder dieser Altersgruppe unter einem Schlafdefizit leiden, können sie noch von einem Mittagsschlaf profitieren. Haben sie ausreichend lange in der Nacht geschlafen, kann der obligatorische Mittagsschlaf dazu führen, dass Kinder in der Nacht weniger lange schlafen, unter Einschlafschwierigkeiten leiden und sich die Probleme bis in die Grundschulzeit fortsetzen“, sagt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte.

Sind Kinder müde und wollen sich hinlegen, eignet sich aufgrund des Biorhythmus die Zeit nach dem Mittagessen besonders – oft reichen schon 45 Minuten. Zu lange liegenzubleiben beziehungsweise erst nach 15 Uhr aufzuwachen kann sich ungünstig auf die kommende Nachtruhe auswirken.

Ab drei Jahren ist vor allem der Nachtschlaf wichtig

Neugeborene brauchen viele kleine Schlafphasen, da sie noch häufig Mahlzeiten benötigen. Je älter Babys werden, desto weniger Schlafphasen sind am Tag nötig. Mit eineinhalb Jahren schlafen nur noch wenige Kinder mehrmals am Tag. Mit zwei Jahren brauchen in unseren Kulturkreisen noch die meisten Kinder – etwa 90 Prozent – einen Mittagsschlaf, mit drei Jahren nur noch jedes zweite Kind und mit fünf Jahren nur noch jedes zehnte. „Fast alle Kinder brauchen mit zwei bis drei Jahren einen Mittagsschlaf. Er ist unter anderem wichtig für die Verarbeitung von Emotionen und die geistige Entwicklung. Ab etwa drei Jahren beeinflusst vorwiegend die Menge und Qualität des Schlafs in der Nacht die geistige Entwicklung, Konzentrationsfähigkeit und wie gut sich etwas im Gedächtnis verfestigt“, so die Expertin.  

Ob ein Vorschul- oder Schulkind einen Mittagsschlaf braucht, hängt aber unter anderem auch von der Kultur ab, der es angehört. In manchen Kulturkreisen – zum Beispiel im afro-amerikanischen oder asiatischen – haben Kinder weniger Nachtruhe, gleichen ihr Schlafdefizit aber durch einen Mittagsschlaf aus. Die Gesamtzeit, die Kinder über Tag und Nacht verteilt schlafen, ist jedoch in den meisten Ländern ähnlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.12.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Mittagsschlaf bei Vorschulkindern nicht erzwingen
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung