Schwanger mit Diabetes

Auch bei Frauen mit Diabetes kann eine Schwangerschaft problemlos verlaufen. Hierfür sind jedoch einige Dinge zu beachten.

Schwangere Frau misst Blutzuckerspiegel © iStock
(Wiesbaden – 12.12.2016) Obwohl auch Frauen mit Diabetes mellitus heute in der Regel problemlos Kinder bekommen können, müssen sie einiges beachten, um die Risiken für sich und ihr Kind zu minimieren: So ist es wichtig, den Stoffwechsel möglichst frühzeitig optimal einzustellen. Außerdem sind auch dem Blutdruck und den Blutfettwerten Aufmerksamkeit zu schenken – idealerweise bereits, wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Derzeit nimmt nicht einmal die Hälfte aller Frauen, die an Diabetes mellitus leiden, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch – darauf weisen Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin. Sie empfehlen Diabetikerinnen, eine Schwangerschaft gut zu planen und bereits im Vorfeld einen Internisten aufzusuchen.

Bei Diabetikerinnen auf Begleiterkrankungen achten

Derzeit wird in Deutschland rund jedes hundertste Kind von einer Mutter mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 geboren. Das Risiko für Komplikationen ist bei diesen Schwangerschaften deutlich erhöht: Verglichen mit nicht-diabetischen Schwangeren erleiden Diabetikerinnen drei- bis neunmal häufiger eine Frühgeburt, Fehlbildungen kommen zwei- bis viermal so häufig vor und das Risiko, eine für Mutter und Kind lebensbedrohliche Präeklampsie zu entwickeln, liegt bei Diabetikerinnen zwei- bis zehnmal so hoch. „Ziel der diabetologischen Betreuung muss es sein, die Risiken für Mutter und Kind an diejenigen stoffwechselgesunder Frauen anzugleichen“, sagt Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin in den Münchner Fünf Höfen. Gerade bei länger bestehendem Diabetes müsse auch auf mögliche Begleiterkrankungen geachtet werden.  

So empfiehlt die Internistin und Endokrinologin etwa, den Augenhintergrund bereits bei der Planung einer Schwangerschaft auf eine mögliche Retinopathie, eine Netzhauterkrankung infolge von Diabetes, untersuchen zu lassen. Denn eine augenärztliche Therapie sollte bereits vor der Empfängnis abgeschlossen sein.

Diabetes kann auch während der Schwangerschaft auftreten

Weitaus häufiger als Schwangerschaften von Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sind allerdings Schwangerschaften, in deren Verlauf die Zuckerkrankheit neu auftritt oder neu diagnostiziert wird. In Deutschland kommt diese als Gestationsdiabetes bezeichnete Komplikation bei rund 4,5 Prozent aller Schwangeren vor. Um den damit einhergehenden langfristigen Folgen für das Kind vorzubeugen, ist seit 2012 ein Glukosesuchtest im zweiten Schwangerschaftsdrittel vorgeschrieben. Bei Frauen mit erhöhtem Diabetesrisiko empfehlen die Experten der DGIM, bereits in der Frühschwangerschaft eine Blutglukosemessung vorzunehmen.

Schon vor der Schwangerschaft fachärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

„Frauen mit Diabetes – unabhängig davon, ob dieser vor oder während der Schwangerschaft erstmals auftritt – sollten immer von einem diabetologisch qualifizierten Internisten betreut werden“, so Prof. Dr. Dr. Ulrich R. Fölsch von der DGIM. Außerdem sollten Frauen mit einem bereits bekannten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes die fachärztliche Hilfe bereits vor der Empfängnis in Anspruch nehmen, um den Stoffwechsel optimal einzustellen. „Leider wird dies nur in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle konsequent umgesetzt“, sagt der Internist. Dabei könne diese sogenannte präkonzeptionelle Beratung und Betreuung für einen guten Ausgang der Schwangerschaft entscheidend sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.12.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin: Trotz Diabetes sicher durch die Schwangerschaft: Internisten empfehlen Arztbesuch vor Empfängnis
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