Zöliakie bei Kindern

Leiden Kinder an Zöliakie, sollte ihre Entwicklung besonders genau beobachtet und regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden.

Kind isst Brot © iStock
(Köln – 15.11.2016) Etwa eines von hundert Kindern leidet an Zöliakie – eine aktuelle Studie geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer in Deutschland aus. Bei Zöliakiepatienten in der nahen Familie besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, die Krankheit selbst zu entwickeln. Auch Kindern mit Diabetes mellitus Typ 1 sind häufiger als gesunde Gleichaltrige von der Krankheit betroffen.

Bei Kindern mit Zöliakie ist es wichtig, dass der Kinder- und Jugendarzt bis zum Wachstumsende mindestens einmal jährlich das Gewicht, das Längenwachstums und die Pubertätsentwicklung kontrolliert. Dabei kann unter anderem eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion und des Vitamin-D-Status sinnvoll sein.  

„Zöliakiepatienten leiden ohne Behandlung oft unter einem Mangel an Mikronährstoffen wie Vitamin D, Vitamin A, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, B6, Kalzium, Zink und unter Blutarmut beziehungsweise Anämie. Auch durch die erforderliche Ernährungsumstellung bei Zöliakie können Mangelerscheinungen auftreten. Ob fehlende Nährstoffe eventuell mit Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen sind, kann mithilfe der Laborwerte beurteilt werden“, erklärt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Viele verschiedene Symptome können auf eine Zöliakie hindeuten

Zöliakie ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die eine lebenslange Diät erfordert. Aufgrund einer fehlgeleiteten Immunantwort auf Gluten – einem Klebereiweiß, das in Weizen, Roggen, Gerste und anderen Getreidesorten enthalten ist – entzündet sich der Darm. „Blähungen, Bauchschmerzen, mangelnde Gewichtszunahme und schlechtes Wachstum im Kleinkindalter gelten als typische Krankheitszeichen. Bei älteren Kindern können unspezifische Beschwerden wie Knochenschmerzen, Gelenkentzündungen, Zahnschmelzdefekte, Eisenmangelanämien, psychische Auffälligkeiten, Reizbarkeit, schulische Leistungsschwäche, verzögerte Pubertät, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen Folgen einer nicht erkannten Zöliakie sein. Deshalb ist es wichtig, Risikopatienten frühzeitig zu testen“, so der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Zöliakie: Jährliche Schilddrüsenuntersuchung und Kontrolle des Vitamin-D-Status sinnvoll
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