MRT bei Beckenendlage

Forscher konnten zeigen: Wenn sich ein Kind im Bauch in Beckenendlage befindet, kann eine MRT-Untersuchung helfen, die Geburt besser zu planen.

Schwangere Frau © iStock
(Leipzig – 11.10.2016) Eine Untersuchung mittels Magnetresonanztomografie (MRT) in den letzten Schwangerschaftswochen kann bei Beckenendlagen wichtige Daten für die Geburtsplanung liefern. Das zeigt eine Studie der Geburtsmediziner und Radiologen am Universitätsklinikum Leipzig. Demnach kann mithilfe bestimmter Parameter im Vorfeld abgeklärt werden, ob trotz der besonderen Lage des Kindes eine natürliche Geburt möglich und sicher ist.

Bei Beckenendlage wird oft per Kaiserschnitt entbunden

Sogenannte Beckenendlagen („Steißlagen“) – also wenn das Kind mit dem Steiß und nicht mit dem Kopf nach unten liegt – gehören zu den schwierigeren Aufgaben für Geburtsmediziner. „Häufig wird in solchen Fällen per Kaiserschnitt entbunden, um größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind sicherzustellen“, erklärt Prof. Holger Stepan, Leiter der Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. „Dabei ist auch in solchen Fällen, die immerhin bei drei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften auftreten, eine normale natürliche Geburt bei bestimmten Vorbedingungen möglich.“

MRT zeigt, ob eine natürliche Geburt möglich ist

Mit einer Neuerung in der vorgeburtlichen Diagnostik wollen die Leipziger diese Art der Entbindung künftig noch sicherer für Mutter und Kind machen. Möglich wird dies durch den Einsatz einer Beckendiagnostik mittels MRT im letzten Schwangerschaftsdrittel, wenn sich eine Beckenendlage abzeichnet. Die MRT-Untersuchung ist für die Schwangere und das Ungeborene völlig unschädlich und kann mittels bestimmter Parameter mit großer Sicherheit zeigen, ob eine natürliche Geburt möglich ist oder ein Kaiserschnitt notwendig wird.  

Dies konnten die Geburtsmediziner am UKL jetzt mit einer Studie belegen, in der über acht Jahre die Daten von 240 erstgebärenden Schwangeren mit Beckenendlagen eingeflossen sind. „Dabei zeigte sich, dass wir anhand der im MRT erhobenen präzisen Daten zur Beckenanatomie erkennen können, wann eine natürliche Geburt mit geringem Risiko umgesetzt werden kann“, erklärt der Geburtsmediziner. Die Auswertung der Daten ergab, dass bei einem Maß der Beckenmitte (interspinous diameter – ISD) über elf Zentimetern deutlich seltener ein Kaiserschnitt notwendig wurde.  

„Wir können daraus ableiten, dass der ISD eine höhere Aussagekraft über den möglichen Geburtsverlauf hat als andere, bisher gebräuchliche Parameter“, so Stepan. „Diese Daten können künftig eine wichtige Ergänzung zur vorgeburtlichen Planung liefern und Frauen und Ärzten bei Beckenendlagen mehr Sicherheit bei der Entscheidung für die Entbindungsart an die Hand geben.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Leipzig: Sichere natürliche Geburt bei Beckenendlage
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