Das Essen lernen

Ein gesundes Essverhalten sollten Kinder schon im Säuglingsalter lernen. Tipps, wie Sie das Essenlernen unterstützen können.

Kleinkind isst Erdbeere © iStock
(Bonn – 08.11.2016) Muttermilch, Brei, Familienessen – das, was ein Säugling im ersten Lebensjahr trinkt und isst, beeinflusst seine Entwicklung. Die Förderung der kindlichen Selbstregulation sowie einer frühen Geschmacksvielfalt steigern die Akzeptanz von gesunden Lebensmitteln und unterstützen langfristig die Etablierung eines gesunden Essverhaltens. Das kann wiederum der Entwicklung von Übergewicht vorbeugen. Hier finden Sie Tipps, wie Sie das Essenlernen Ihres Kindes auf vielfältige Weise unterstützen können.

Tipp 1: Auf die Signale des Kindes achten

Essenlernen heißt für Säuglinge in den ersten zwölf Monaten vor allem, einen Hunger- und Sättigungsrhythmus zu entwickeln. Über verschiedene Signale – zum Beispiel durch Blickverhalten, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, mit Worten oder Lauten – teilt der Säugling den Eltern Hunger und Sättigung mit. Bei diesem wechselseitigen Prozess zwischen Eltern und Kind, der als Responsive Feeding bezeichnet wird, sollten Eltern die Signale des Kindes wahrnehmen, richtig interpretieren und entsprechend reagieren. In diesem Prozess sorgen Eltern für ein angemessenes Nahrungsangebot – jedoch entscheidet das Kind selbst, was und wie viel es trinkt und isst.

Tipp 2: Nicht zum Essen drängen

Ablenkungen während des Essens sollten Eltern vermeiden, genauso wenig sollten sie ihr Kind zum Essen drängen oder damit beruhigen. Wenn es die Mahlzeit ablehnt oder sie früher abbricht, genügen ein bis zwei Versuche, das Kind zum Essen zu ermutigen. Extraspeisen als Ersatz sollten nicht angeboten werden. Die Wahrnehmung dieser Hunger- und Sättigungssignale hilft einer Überfütterung und potenziell übermäßiger Gewichtszunahme vorzubeugen.

Tipp 3: Lebensmittel mit allen Sinnen entdecken lassen

Darüber hinaus sollten Sie Ihrem Nachwuchs die Möglichkeit geben, neue Lebensmittel zu entdecken und physiologisch mit allen Sinnen – Seh-, Tast-, Geruch-, Gehör- und Geschmackssinn – zu erfahren.

Tipp 4: Immer wieder neue Lebensmittel anbieten

Geschmacksvorlieben bilden sich durch wiederholtes Probieren. Wenn Sie neue Lebensmittel oder Speisen einführen, sollten Sie sie dem Säugling mehrmals ohne Zwang und mit Geduld anbieten. Die neuen Lebensmittel sollten in Auswahl und Textur auf die psychomotorische Entwicklung des Säuglings abgestimmt sein. Lehnt das Kind diese neuen Lebensmittel ab, sollten Sie sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten. Entscheidend ist der schrittweise Aufbau einer abwechslungsreichen Ernährung, denn frühkindliche Geschmackserfahrungen können sich auf spätere Geschmacks- und Lebensmittelpräferenzen auswirken.

Tipp 5: Für eine entspannte Atmosphäre sorgen

Eine entspannte und angenehme Atmosphäre beim Essen kann die Entwicklung des Ernährungsverhaltens positiv beeinflussen.

Tipp 6: Ritualcharakter schaffen

Während der gemeinsamen Mahlzeiten werden nicht nur die physiologischen Bedürfnisse der Nahrungsaufnahme erfüllt, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Zuwendung im Sinne einer sozialen Interaktion. Durch den Ritualcharakter regelmäßiger Mahlzeiten wird das kindliche Sicherheitsbedürfnis gestillt, Strukturen geschaffen und Verlässlichkeit erzeugt. Auf diese Weise kann das Kind lernen, dass es Zeiten zum Essen und Trinken und Zeiten für andere Aktivitäten wie Spielen, Krabbeln, Kuscheln, Nach-draußen-Gehen gibt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung von Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie: Gesundes Essverhalten schon im Säuglingsalter lernen
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