Verschluckte Gegenstände

Nüsse und andere kleine Gegenstände haben Kleinkinder schnell verschluckt. Deshalb sollten Eltern auf Notfälle vorbereitet sein.

Kleiner Junge verschluckt etwas © Thinkstock
(Berlin – 21.07.2016) Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet, Fremdkörper zu verschlucken beziehungsweise einzuatmen. Als besonders riskant gelten Nüsse und andere kleine runde Gegenstände mit glatter Oberfläche, aber auch Magnete und Batterien. Da im Notfall schnelles und kompetentes Handeln Leben retten kann, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) Eltern und Aufsichtspersonen, sich über geeignete Anlaufstellen wie Kinderkliniken zu informieren und vorsorglich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen.

Verschluckte Gegenstände gehören zu den häufigsten Notfällen

„Verschluckte oder eingeatmete Gegenstände und Nahrungsmittel gehören zu den häufigsten Notfällen von Kindern zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem vierten Lebensjahr – mit steigender Tendenz“, sagt Dr. Peter Schmittenbecher, Chefarzt der Kinderchirurgie am Klinikum Karlsruhe. Meist husten oder scheiden die Betroffenen den Fremdkörper von allein aus. Mehr als drei von hundert Kindern ersticken jedoch, weil Nahrungsmittel oder kleine Spielzeugteile ihre Atemwege verstopft haben.  

Im Zweifelsfall sollten Eltern mit ihren Kindern sofort eine Klinik aufsuchen. Häufig lassen sich die Fremdkörper unter Vollnarkose mit einem Endoskop – mitunter aber nur durch einen kinderchirurgischen Eingriff – wieder entfernen. Bei der Behandlung arbeiten idealerweise Mediziner verschiedener Fachdisziplinen, wie Kinderanästhesisten, Intensivmediziner, Pneumologen und Kinderchirurgen Hand in Hand. „Diese Notfalleingriffe sind komplikationsträchtig und erfordern viel Erfahrung“, so Schmittenbecher. Damit ihre Kinder eine fachgerechte Behandlung erhalten, sollten Eltern sich rechtzeitig über entsprechend qualifizierte Kliniken und Praxen erkundigen, rät der Experte: „Kinderärzte wissen in der Regel Bescheid, wo man hingehen sollte.“

So beugen Sie vor

Doch am besten ist, wenn erst gar nichts passiert. „Kleine Gegenstände und Nahrungsmittel mit runder, glatter Oberfläche sowie spitze Gegenstände müssen von Kindern unbedingt ferngehalten werden“, sagt Dr. Tobias Schuster, Chefarzt der Kinderchirurgie am Klinikum Augsburg. Denn besonders während der sogenannten oralen Phase im Alter zwischen etwa vier Monaten und eineinhalb Jahren erkunden Kinder die Welt, indem sie alles in ihren Mund stecken. „Da ihre Atem- und Verdauungswege noch eng sind, bleiben Fremdkörper zudem leichter stecken“, erklärt Schuster. „Eltern sollten auch daran denken, dass Spielzeuge zerfallen und damit ebenfalls eingeatmet oder verschluckt werden könnten.“  

Auch Magnete und Batterien landen bei Kindern öfter im Magen-Darm-Trakt. Sie können sich aus Spielzeug lösen oder finden sich im Haushalt. Kritisch wird es, wenn sich mehrere Magnete im Darm gegenseitig anziehen und ihn dadurch verstopfen oder durchlöchern. „Dies kann zu schweren inneren Verletzungen bis hin zum Tod führen“, so Schmittenbecher. Batterien wiederum schädigen die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes besonders stark: „Sie können sich an den Schleimhäuten elektrisch entladen und so zu tiefen Verätzungen führen.“  

Eltern mit Kindern im kritischen Alter sollten die Umgebung ihres Nachwuchses regelmäßig aus dessen (Vierfüßler-)Perspektive auf Gefahren absuchen, rät Schuster. Und essen sollten die Kleinen nur am Tisch – unter Aufsicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Keine Nüsse und Co. für die Kleinsten – Eltern sollten auf Notfälle vorbereitet sein
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