Ruhelose Beine

Jede vierte Schwangere leidet Schätzungen zufolge am Restless-Legs-Syndrom. Welche einfachen Maßnahmen dagegen helfen können.

Schwangere Frau liegt auf dem Bett © Thinkstock
(München – 13.07.2016) Die Symptome Schmerzen, Unruhe und Missempfindungen in den Beinen, die einen außerordentlichen Bewegungsdrang auslösen und sich am Abend und in der Nacht verschlimmern, sind in der Medizin als „Restless Legs“ – als „Ruhelose Beine“ – bekannt. Schätzungen zufolge ist bei Schlafstörungen in der Schwangerschaft in jedem dritten Fall dieses Phänomen die Ursache – etwa jede vierte Schwangere leidet darunter.

In der Schwangerschaft spielen viele Faktoren eine Rolle

„Viele Frauen wissen überhaupt nicht, dass es sich um eine Krankheit handelt und es Abhilfe gibt“, sagt Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte. „Dabei können die Symptome oft schon mit einfachen Mitteln deutlich gelindert oder sogar beseitigt werden.“ In der Schwangerschaft scheint ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren eine Rolle zu spielen, vermutet die Frauenärztin Dr. Julia Spratte von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg: genetische Faktoren, Eisenmangel, die Verfügbarkeit von Eisen im Gehirn sowie Folsäuremangel bei einem gleichzeitig hohen Level des Schwangerschaftshormons Östrogen.

Einfache Maßnahmen können helfen

Außerhalb der Schwangerschaft werden bei schweren Restless-Legs-Symptomen häufig Arzneimittel verordnet. Allerdings kommen diese Medikamente in der Schwangerschaft nicht oder nur in sehr seltenen Ausnahmefällen infrage. „Wir empfehlen zunächst einige grundlegende Maßnahmen: zum Beispiel den Verzicht auf Koffein, ausreichend tägliche körperliche Aktivität und Spaziergänge – allerdings keinen anstrengenden Sport, dazu Yoga und Entspannungstraining“, so Dr. Albring. Auch Massagen und warme Bäder am Abend, Verzicht auf Musik und Fernseher kurz vor dem Schlafengehen sowie ein gut abgedunkeltes und gelüftetes Schlafzimmer können helfen, wenn die Schlafstörungen im Vordergrund stehen.

Erhöhter Eisen- und Folsäurebedarf

Da bei Restless Legs in der Schwangerschaft häufig ein Eisenmangel sowie ein Mangel an roten Blutkörperchen vorliegen, ist die Einnahme von Eisenpräparaten besonders wichtig. Entscheidend ist hier das Protein Ferritin. Ferritin ist das Eiweißmolekül, das im Körper dem Speichern und dem Transport von Eisen dient, bis das Eisen zum Beispiel bei der Blutbildung gebraucht wird. „Ist der Ferritinspiegel im Blut stark erniedrigt, muss Eisen sogar zunächst intravenös gegeben werden“, erklärt die Ärztin der Universitätsfrauenklinik.

Auch einem Folsäuremangel sollte entgegengewirkt werden – denn der Bedarf an Folsäure ist in der Schwangerschaft ebenfalls erhöht. Ein Folsäuremangel in der sehr frühen Schwangerschaft kann zu schweren Veränderungen an Wirbelsäule und Gehirn des Ungeborenen führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte: Restless Legs – das hat jede vierte Schwangere
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