Achtung, Erstickungsgefahr!

Eltern sollten ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt in Tragehilfen und Kindersitzen für das Auto schlafen lassen. Warum das so gefährlich ist.

Baby im Kindersitz © Thinkstock
(Köln – 16.06.2016) Eltern sollten ihre Säuglinge nicht in Kindersitzen für Autos beziehungsweise Tragehilfen unbeaufsichtigt schlafen lassen. „Schlafen Babys in diesen Geräten ein, können sie leicht in eine Position rutschen, bei der Erstickungsgefahr besteht“, warnt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Amerikanische Forscher konnten dies in einer Studie belegen, die 47 Todesfälle bei Kindern unter zwei Jahren untersuchte, die sich in Kindersitzen ereignet hatten. Die Kinder wurden entweder stranguliert, zum Beispiel durch einen Sicherheitsgurt, weil sie etwa im Sitz nach unten gerutscht waren, oder sie starben, weil sie aufgrund ihrer zusammengesunkenen Körperhaltung nicht genug Luft bekamen. In einem Fall reichten dafür schon vier Minuten.

Kinder können ihre Position oft noch nicht korrigieren

Der Kopf des Babys kann in einem Buggy oder Ähnlichem leicht nach vorne fallen und so die Atemwege behindern. Da kleine Babys noch keine gute Kontrolle über ihre Halsbewegungen haben, sind sie meist nicht in der Lage, die Position zu korrigieren. „Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren dürfen auf keinen Fall in Autokindersitzen und Tragehilfen unbeaufsichtigt gelassen werden oder darin zum Schlafen hingelegt werden. Im Auto sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass die Kinder ordnungsgemäß angeschnallt sind. Das Gesicht des Kindes muss sichtbar sein und frei von Stoff oder Ähnlichem, was die Atmung behindern könnte. Auf die Brust sollte kein Druck ausgeübt werden“, so der Experte.

Kind kann im Auto einen Hitzschlag erleiden

Eine weitere Gefahr, wenn Kinder alleine im Auto bleiben: Bei Sonne und warmen Temperaturen kann sich ein Auto auf über 55 Grad Celsius aufheizen, sodass ein Kind darin einen Hitzschlag erleiden kann. Nach fünf Minuten unter praller Sonne erwärmt sich der Innenraum im Schnitt um vier Grad Celsius über der Außentemperatur, nach zehn Minuten um sieben Grad, nach einer halben Stunde um 16 Grad und nach einer Stunde um etwa 26 Grad. Selbst bei gemäßigten Außentemperaturen können sich über einen längeren Zeitraum tödliche Temperaturen entwickeln. „Kleine Kinder besitzen noch keine so gute Wärmeregulation und ihre Körpertemperatur kann sich drei- bis fünfmal schneller erhöhen als bei Erwachsenen“, sagt Dr. Kahl.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Erstickungsgefahr: Tragehilfen und Kindersitze fürs Auto nicht zum schlafen geeignet.
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