Frühgeburt besser erkennen

Forscher zeigen: Die Elastizität des Gebärmutterhalses gibt Hinweise auf eine drohende Frühgeburt. Welche Chancen diese Erkenntnisse bieten.

Schwangere Frau formt Hände auf ihrem Bauch zu Herz © Thinkstock
(Münster – 23.05.2016) Optimal entwickelt sich ein Baby, wenn es nach der 38. Schwangerschaftswoche geboren wird. Doch nicht jede Schwangerschaft verläuft nach Plan. Am Universitätsklinikum Münster (UKM) hat ein Ärzteteam nun eine neue Technologie entwickelt, durch die sich eine drohende Frühgeburt besser erkennen lässt.

Elastizität des Gebärmutterhalses gibt Hinweise

„Wenn es um Frühgeburten geht, zählt jeder Tag im Mutterleib“, sagt Dr. Ralf Schmitz, Leiter der Pränatalmedizin der UKM Geburtshilfe. Er hat sich in seinen Forschungstätigkeiten mit diesem Thema auseinandergesetzt. Am UKM messen die Ärzte daher nicht nur die Länge des Gebärmutterhalses, um mögliche Frühgeburten frühzeitig zu erkennen, sondern auch dessen Elastizität. Denn im Verlauf einer Schwangerschaft verändert sich der Gebärmutterhals: Normalerweise wird er weicher und verkürzt sich erst gegen Ende der Schwangerschaft. Ist eine Veränderung lange vor dem errechneten Entbindungstermin zu erkennen, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt. „Die Veränderung des Elastizitätsmusters können wir nun zuverlässig messen. Der Gebärmutterhals zeigt sich dann nicht mehr homogen straff, sondern ähnlich eines ‚Kuhfleckenmusters‘“, erklärt Schmitz. Die Diagnostik erfolgt mittels der sogenannten Hochfrequenzelastographie – einer für die Frau völlig schmerzfreien und risikoarmen Untersuchungsmethode.

Forscher bestimmen Grenzwert

Doch die Ergebnisse der Arbeitsgruppe gehen noch darüber hinaus. Es ist gelungen, einen Grenzwert für diese Veränderung zu bestimmen. Wird eine drohende Frühgeburt erkannt, prüfen die Ärzte mögliche Ursachen. Das kann beispielsweise eine Infektion, ein Diabetes mellitus oder eine mechanische Schwäche des Gebärmutterhalses sein. Um die Schwangerschaft so weit wie möglich zu verlängern, geht es für die Ärzte dann darum, die ursächlichen Faktoren zu bekämpfen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Münster: UKM-Studie: Frühgeburten besser erkennen
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