Plötzlicher Kindstod

Auch wenn es Eltern oft praktischer erscheint, das Baby nachts bei sich im Bett zu haben: Säuglinge sollten in ihrem eigenen Bettchen schlafen.

Baby im Bettchen © Thinkstock
(Köln – 15.04.2016) Um das Risiko des plötzlichen Kindstods (Sudden Infant Death Syndrome, kurz SIDS) zu verringern, sollten Säuglinge in ihren ersten Lebensmonaten in ihrem eigenen Bettchen schlafen und nicht mit einem Elternteil zusammen. „Wenn Babys im Elternbett schlafen, erhöhen sich die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. So ist beispielsweise die Matratze nicht speziell auf Babys ausgerichtet, es gibt Kissen und Bettzeug, die über den Kopf des Kindes geraten können, und das Kind kann leicht eine andere Position als auf dem Rücken einnehmen“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Zahl der Todesfälle noch weiter reduzieren

Viele Maßnahmen – zum Beispiel das Schlafen auf dem Rücken in einem passenden Schlafsack, Rauchverzicht und ein mäßig temperiertes Schlafzimmer – konnten bisher die Zahl von Todesfällen durch SIDS stark verringern. Experten sind jedoch der Meinung, dass noch mehr Leben gerettet werden könnten, wenn Säuglinge konsequent zum Schlafen in ihr eigenes Bett gelegt würden. Noch mehr Sicherheit lässt sich erreichen, wenn das Säuglingsbett im Schlafzimmer der Eltern steht. Auch die schlafende Mutter ist ein guter „Monitor“ für Atemveränderungen des Kindes im Schlaf.

Eine schwedische Doktorarbeit an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg hat die Wichtigkeit eines eigenen Kinderbettes erneut bestätigt. In Schweden sind die SIDS-Fälle zwar aufgrund präventiver Maßnahmen von mehr als hundert Kindern jährlich in den frühen 1990er Jahren auf etwa zwanzig Todesfälle pro Jahr in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Doch bei den neueren Fällen wurde häufig ein mit den Eltern geteiltes Bett in Zusammenhang mit plötzlichem Kindstod angegeben.

„Wenn Babys Schlafprobleme haben, sie gestillt werden oder Mütter alleinerziehend sind, erscheint es praktischer, gemeinsam in einem Bett zu schlafen. Aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen dagegen“, so der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Plötzlicher Kindstod: Säuglinge sollten in ihrem eigenen Bettchen schlafen
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