Hörtest bei Neugeborenen

Neugeborene haben in Deutschland Anspruch auf ein Neugeborenen-Hörscreening, um Schwerhörigkeit früh erkennen und behandeln zu können.

Ärztin untersucht Babys Ohr © Thinkstock
(Frankfurt 03.02.2016) Heute ist Welttag des Hörens. Schwerpunktthema in diesem Jahr: Schwerhörigkeit bei Kindern. Um Hörminderungen bei Kindern frühestmöglich behandeln zu können, ist es erforderlich, diese möglichst schon unmittelbar nach der Geburt zu erkennen. Für die Früherkennung von Hörstörungen bei Neugeborenen ist weltweit eine Vorsorgeuntersuchung etabliert: das Neugeborenen-Hörscreening. Seit 2009 hat in Deutschland jedes Neugeborene Anspruch auf diese ungefährliche und schmerzlose Untersuchung.

Teilnahme am Neugeborenen-Hörscreening ist freiwillig

Anders als in vielen anderen Ländern ist die Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung in Deutschland freiwillig. Prof. Dr. Rainer Schönweiler, Leiter der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Leiter des Universellen Neugeborenen-Hörscreenings Schleswig-Holstein, empfiehlt jedoch allen Eltern, mit ihren Kindern an der Untersuchung teilzunehmen: „Die Früherkennung einer seit der Geburt bestehenden Schwerhörigkeit wendet die Folgen einer eingeschränkten Entwicklung ab, die durch zu spätes Erkennen und Behandeln eintreten.“ Auch die Expertin der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Shelly Chadha, rät zu frühestmöglichen Untersuchungen: „Viele Ursachen, die zu einem Hörverlust in der Kindheit führen, sind durch Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens vermeidbar.“

Anzeichen für eine Hörminderung

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Kind richtig hört, können Sie auf bestimmte Anzeichen achten:

Für eine Hörminderung beim Baby spricht, wenn es
  • bei lauten Geräuschen nicht aufschreckt.
  • den Kopf nicht spätestens mit einem Alter von sechs Monaten zur Geräuschquelle dreht.
  • nicht spätestens um den ersten Geburtstag einzelne Worte wie „Mama“ oder „Papa“ sagt.
  • den Kopf nur dreht, wenn es Sie sieht, nicht aber, wenn Sie seinen Namen rufen. Dieses Verhalten wird oft als Unaufmerksamkeit oder absichtliches Ignorieren interpretiert, kann aber auch Anzeichen für eine Hörminderung sein.
  • nur manche Geräusche wahrzunehmen scheint, aber nicht alle.

Anzeichen für eine Hörminderung beim Kind sind, wenn
  • seine Sprachentwicklung verzögert ist.
  • seine Aussprache undeutlich ist.
  • es kleine Aufträge nicht erfüllt. Auch dieses Verhalten wird manchmal als Unaufmerksamkeit oder absichtliches Ignorieren verstanden, kann aber auch Symptom einer Hörminderung sein.
  • es oft „Häh?“, „Was?“ oder „Wie bitte?“ sagt.
  • die Laustärke des Fernsehers, Radios oder MP3-Players zu laut aufdreht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.03.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Hörgeräte-Industrie: Welttag des Hörens: 32 Millionen Kinder weltweit durch Schwerhörigkeit eingeschränkt
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