Warnzeichen für Zöliakie

Gibt es bereits Zöliakiefälle in der Familie, sollten Eltern das Wachstum und das Gewicht ihrer Kinder genau beobachten.

Vater misst die Größe seiner Tochter © Thinkstock
(Köln – 23.02.2016) Kinder, bei denen Familienangehörige ersten Grades an Zöliakie erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, diese Krankheit ebenfalls zu entwickeln. Auch Kinder mit Autoimmunkrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 1 gehören zur Risikogruppe. Zöliakie ist eine nicht infektiöse Darmerkrankung, die auf einer Unverträglichkeit gegenüber Gluten – dem Klebereiweiß im Getreide – beruht. „Eine deutlich erkennbare Wachstumsverzögerung, Appetit‐ und Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Blähungen, übel riechender Stuhl sowie Müdigkeit können auf Zöliakie hinweisen. Betroffene Kinder sind häufig leichter und kleiner als ihre Altersgenossen“, sagt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ). „Eltern sollten den Kinder‐ und Jugendarzt unbedingt informieren, wenn eine Zöliakieerkrankung in der Familie vorliegt“, rät der Experte.

Knapp ein Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind betroffen

Der KiGGS‐Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zufolge gibt es eine hohe Dunkelziffer von Betroffenen in Deutschland, da Zöliakie oft diffuse Symptome zeigt und sogar Übergewicht sie nicht ausschließt. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass etwa 0,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Zöliakie leiden.

Größen- und Gewichtskontrollen erleichtern die Diagnose

Die Glutenunverträglichkeit führt dazu, dass die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel im Darm gestört ist und es zu einem Nährstoffmangel kommt. Ohne Behandlung werden längerfristig die sogenannten Darmzotten geschädigt, die wichtig für die Nährstoffaufnahme sind. „Wachstums‐ und Gewichtsprobleme sind unter anderem ein frühes Warnzeichen für Zöliakie. Regelmäßige Kontrollen von Wachstum und Gewicht können eine frühe Diagnose erleichtern. Deshalb ist es wichtig, keine Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder‐ und Jugendarzt zu versäumen“, erklärt Dr. Fegeler. Unter einer streng glutenfreien Diät ohne Weizen, Roggen, Gerste oder Hafer können sich Kinder mit Zöliakie rasch erholen. Sie müssen ihre Ernährungsumstellung allerdings lebenslang beibehalten, um beschwerdefrei zu bleiben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Zöliakie in der Familie: Wachstum und Gewicht genau beobachten
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