Vitamin-D-Mangel bei Babys?

Die Haut von Säuglingen reagiert auf UV-Strahlung besonders empfindlich, weshalb für sie direkte Sonne tabu ist. Doch droht dann Vitamin-D-Mangel?

Kind mit Hund im Schatten auf einer Decke © Thinkstock
(Bonn – 14.08.2015) Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen maßgeblich das Risiko, im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken. Besonders empfindlich ist die Haut von Babys im ersten Lebensjahr. Sie ist feuchtigkeitsarm, dünn und verfügt noch über keinerlei Eigenschutzmechanismen, sodass die UV-Strahlen tiefer eindringen können als bei älteren Kindern und Erwachsenen. Kinderärzte und Dermatologen sind sich daher einig, dass Säuglinge bis Ende des ersten Lebensjahres der direkten Sonne nicht ausgesetzt werden dürfen. Schützende Kleidung, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille dürfen deshalb bei keinem Spaziergang fehlen. Es gibt auch spezielle Kleidung mit integriertem UV-Schutz.

Führt kompletter Sonnenschutz zu Vitamin-D-Mangel?

Vitamin D ist ein Hormon, das der Körper hauptsächlich selbst herstellt – und zwar mithilfe natürlicher UV-Strahlung. Es spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei der Knochenbildung. Ein gewisses Maß an Sonne auf der unbedeckten Haut ist für einen ausgeglichenen Vitamin-D-Haushalt wichtig. Für Babys gilt dieses Gebot allerdings nicht – zu groß ist die Gefahr langfristiger Hautschäden. Die allgemeine Empfehlung lautet daher: Säuglinge und Kleinkinder bis zirka zwei Jahren sollten zur Deckung des Vitamin-D-Bedarfs ein entsprechendes Vitaminpräparat – am besten in Tablettenform – erhalten.

Ältere Kinder: dreimal pro Woche kurz ungeschützt in die Sonne

„Ältere Kinder können ihren Vitamin-D-Bedarf im Sommer aktiv über die Haut decken“, erklärt der Dermatologe Prof. Dr. Dietrich Abeck. Wie für Erwachsene gilt auch für Kinder die Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz: Das Gesicht und die Arme sollten dreimal pro Woche bei hoher Sonnenintensität kurz ungeschützt der Sonne ausgesetzt werden – und zwar für die Hälfte der Zeit, in der die Haut gerade noch ohne Schäden davonkommt. „Für Kinder bis zu zehn Jahren ist eine Dauer von drei Minuten optimal, denn sie garantiert den Schutz vor Sonnenbrand und ist gleichzeitig lang genug für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung“, sagt der Experte.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Hauttyp entscheidend. So sollten zum Beispiel Blonde und Brünette mit heller Haut maximal sechs bis sieben Minuten ungeschützt in der Sonne bleiben. „In jedem Lebensalter gilt es, Sonnenbrände zu vermeiden, um Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung zu verhindern“, so Abeck.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.08.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Haut- und Allergiehilfe: Sonnenschutz und Vitamin D: Tipps für Klein und Groß
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