Meningokokken-B-Impfung

Die Meningokokken-C-Impfung ist eine Standardimpfung, es gibt aber auch eine Impfung gegen den Serotyp B. Eltern sollten sich darüber informieren.

Baby bekommt Impfung © Thinkstock
(Köln – 09.07.2015) Meningokokken-Infektionen zählen zu den schwersten und bedrohlichsten Infektionserkrankungen in Deutschland. 20 bis 30 Prozent der Erkrankungen gehen auf Meningokokken C zurück. Nur gegen diesen Erreger gibt es einen Impfstoff, der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfohlen wird. Der größere Anteil von Meningokokken-Infektionen wird jedoch durch Meningokokken des Serotyps B verursacht. Seit 2013 gibt es auch gegen Meningokokken B einen Impfstoff. Dieser wurde jedoch aufgrund verschiedener Bedenken von der STIKO noch nicht in die Impfempfehlungsliste aufgenommen.

„Eltern müssen wissen, dass die Impfung gegen Meningokokken C nur einen Teilschutz gegenüber einer Meningokokken-Infektion gewährt“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Eine Impfung gegen den viel häufigeren Meningokokken-B-Erreger ist zwar möglich, aber es fallen – abhängig von der Krankenversicherung – eventuell die Kosten für den Impfstoff und die Impfleistung in der Praxis auf den Patienten beziehungsweise dessen Eltern zurück. Denn nur die Impfungen, die von der STIKO in die Liste der empfohlenen Impfungen aufgenommen wurden, müssen von den Krankenkassen bezahlt werden. Dennoch erstatten bereits viele Kassen die Kosten für die Meningokokken-B-Impfung – das heißt für den Impfstoff und die ärztliche Impfleistung.“ In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird die Impfung gegen Meningokokken B öffentlich empfohlen.
Insgesamt kommt es in Deutschland jedes Jahr zu etwa 300 Infektionen mit Meningokokken – zirka zwei Drittel der Fälle sind Infektionen mit Meningokokken B. Meningokokken-Infektionen sind sehr gefürchtet, da sie nicht nur schwere eitrige Hirnhautentzündungen verursachen, sondern nicht selten sehr schnell zu schweren Komplikationen führen. Eine von zehn Erkrankungen endet dabei tödlich.

Letztendlich müssen die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zusätzlich gegen Meningokokken B impfen lassen. „Die Impfung wird bisher von rund 70 Krankenkassen erstattet – unabhängig davon bleibt das private Risiko für eventuelle Folgekosten aufgrund seltener Impfkomplikationen, die mit dieser Impfung verbunden sind, abhängig vom Bundesland bestehen“, so Fegeler. Denn: Der Staat haftet gemäß Paragraf 60 des Infektionsschutzgesetzes für gesundheitliche Schädigungen infolge von Schutzimpfungen. Die öffentlichen Empfehlungen für Schutzimpfungen der einzelnen Bundesländer sind maßgeblich für diese versorgungsrechtliche Absicherung. Das heiß, in den Bundesländern, in denen die öffentlichen Empfehlungen über die STIKO-Empfehlungen hinausgehen, geht auch die versorgungsrechtliche Absicherung über die von der STIKO empfohlenen Impfungen hinaus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Meningokokken-Infektionen: Eltern sollten sich umfassend über Impfschutz informieren
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