Was tun bei Reiseübelkeit?

Die meisten Kinder finden lange Autofahrten unangenehm, doch manche belasten sie ganz besonders. Sie leiden unter Reiseübelkeit. Was dagegen hilft.

Kind schaut aus Autofenster © Thinkstock
(Köln – 12.06.2015) Um Reiseübelkeit vorzubeugen, sollte ein Kind während einer Autofahrt widersprüchliche Sinnesreize verringern – also kein Buch lesen, keinen Film anschauen und keinen Gameboy oder Ähnliches nutzen. Besser ist es, den Blick nach draußen auf weiter entfernt liegende Dinge zu richten.

Vor allem Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren betroffen

„Reiseübelkeit entsteht, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen empfängt – zum Beispiel weil das Innenohr Bewegung registriert, während die Augen und die Nerven des Körpers Stillstand signalisieren“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind besonders von der Reiseübelkeit betroffen. Darüber hinaus scheint das Gleichgewichtsorgan beziehungsweise vestibuläre System bei Kindern noch nicht voll entwickelt zu sein. Doch warum manche Kinder darunter leiden und andere wieder nicht, ist nicht geklärt. Auch Erwachsene mit einem gesunden Gleichgewichtsorgan können Reiseübelkeit bekommen. Die Schwelle dafür ist individuell sehr unterschiedlich.

Vor und während der Fahrt nur leichte Mahlzeiten

Damit sich das Kind möglichst nicht erbrechen muss, sollte es kurz vor und bei Bedarf während der Fahrt nur leichte Mahlzeiten zu sich nehmen – am besten nichts Fettes und auch nichts Scharfes. Auch frische Luft während der Fahrt kann helfen. „Sobald ihrem Kind übel wird, halten Sie das Auto am besten an, damit das Kind draußen ein paar Schritte gehen kann oder sich mit geschlossenen Augen ruhig hinlegen kann. Ein kühles Tuch auf der Stirn kann zusätzlich lindernd wirken. Nur im Ausnahmefall wird der Arzt für Kinder ab zwei Jahren ein Medikament gegen die Übelkeit empfehlen“, so der Experte.

In anderen Transportmitteln als dem Auto sollten sich betroffene Kinder dort aufhalten, wo die Bewegung am wenigsten zu spüren ist – das heißt im Bus vorne, auf dem Schiff in der Mitte nahe dem Wasserspiegel, im Zug möglichst in einem vorderen Wagon am Fenster in einem nach vorne gerichteten Sitz und im Flugzeug im Bereich der Tragflächen. Auch hier gilt es, widersprüchliche Sinneseindrücke zu vermeiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Reiseübelkeit: Widersprüchliche Sinnesreize verringern
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung