Nach Zecken absuchen

Wer mit seinen Kindern Ausflüge ins Grüne unternimmt, sollte sie danach gründlich nach Zecken absuchen. Je eher sie entfernt werden, desto besser.

Zecke © Thinkstock
(Köln – 21.05.2015) Haben sich Kinder draußen im Gras, im Unterholz, in Parks oder auf dem Spielplatz aufgehalten, sollten Eltern sie nach Zecken absuchen. Werden sie fündig, ist es wichtig, die Spinnentiere schnell zu entfernen. „Läuft das Tier auf der Haut, hilft ein Klebeband, um es einzufangen. Hat die Zecke sich bereits festgesaugt, sollten Eltern sie mit einer feinen, spitz zulaufenden L‐förmigen oder gebogenen medizinischen Pinzette beziehungsweise speziellen Zeckenpinzette so nah wie möglich an der Haut fassen und dann mit gleichmäßigem Zug langsam entgegen der Stichrichtung herausziehen“, rät Präventionsexperte Dr. Hermann‐Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte.  

Bei Kindern setzen sich Zecken oft am Kopf fest – insbesondere am Haaransatz. Zecken sind meist von März bis November aktiv. Sie stechen selten bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius.

„Blutsack“ der Zecke nicht zerdrücken

Ungünstig ist es, beim Entfernen den „Blutsack“ der Zecke zu drücken, denn dies kann eine Übertragung von infektiösem Speichel und Darminhalt der Zecke auf das Kind beschleunigen. Über den Verdauungstrakt des Parasiten können Borreliose- oder Frühsommer‐Meningo‐Enzephalitis‐Erreger (kurz: FSME-Erreger) ins Blut des Gestochenen gelangen. Bleibt ein Rest der Zecke in der Haut stecken, sollte dieser ebenso mit einer sauberen Pinzette oder sterilisierten Nadel entfernt werden. Das Befeuchten der Haut kann dabei hilfreich sein.  

Gelingt es nicht, den Rest der Zecke zu entfernen, ist es ratsam, mit dem Kind frühzeitig zum Arzt zu gehen. „Denn befinden sich in dem Teilstück noch Speicheldrüsen, besteht weiterhin Infektionsgefahr. Um einer Borreliose und/oder FSME vorzubeugen, sollten Eltern den Blutsauger möglichst rasch und komplett herausziehen – am besten innerhalb von Stunden. Nur gegen FSME gibt es auch eine Impfung“, so Dr. Kahl. Ist die Zecke erfolgreich beseitigt, werden die Stichstelle, das Werkzeug und auch die Hände desinfizieren.

Tag des Zeckenbefalls notieren

Idealerweise notieren sich Eltern den Tag, an dem die Zecke bemerkt wurde, sowie die ungefähre Verweildauer des Tiers. Tritt später an der Stichstelle oder in der Nähe eine rote Färbung auf oder bekommt das Kind Fieber, Kopfschmerzen und leidet unter grippeähnlichen Symptomen, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen und ihm von dem Zeckenbefall berichten. Mit zeitlicher Verzögerung können auch Gelenkbeschwerden und Nervenlähmungen – zum Beispiel eine halbseitige Gesichtslähmung – als Folge einer Infektion mit Borreliose‐Erregern auftreten. Kinder und ältere Menschen erkranken häufiger an Borreliose als andere Altersgruppen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte: Nach Ausflügen ins Grüne Kinder nach Zecken absuchen
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