Gefahr für Ungeborenes

Schon ungeborene Babys können sich im Bauch mit Masern anstecken, wenn die Mutter nicht gegen die Infektionskrankheit geimpft ist.

Schwangere Frau schläft © Thinkstock
(Berlin – 25.02.2015) Wenn eine schwangere Frau nicht gegen Masern geimpft ist und sich mit Masern infiziert, ist ihr Baby in großer Gefahr. Denn die Masernviren können durch die Plazenta hindurchgelangen und das Kind anstecken. Außerdem kommt es bei jeder vierten Schwangeren mit Masern zu vorzeitigen Wehen, die sich nicht aufhalten lassen – und somit zu einer Frühgeburt.

Immunschutz durch die Mutter fällt nach wenigen Lebenswochen weg

Solange das Baby noch durch die Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist, wird es auch mit den Immunproteinen der Mutter versorgt, die die Krankheitskeime abwehren, wenn diese geimpft war oder Masern durchgemacht hat. Nach der Geburt jedoch fällt dieser Immunschutz nach wenigen Wochen weg, weil die Immunproteine nach und nach abgebaut werden. Neugeborene mit einer frischen Maserninfektion können deshalb dem Krankheitserreger nichts entgegensetzen. Die Masern können sich bei ihnen zu einer gefährlichen Erkrankung mit extrem hohem Fieber und schweren Lungenentzündungen entwickeln, die manchmal sogar tödlich endet.

„Ungeimpfte gefährden sich und andere“

„Wir müssen deshalb allen Frauen mit Kinderwunsch dringend raten, sich gegen Masern impfen zu lassen“, sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. „Denn da die Masern erst zehn bis zwölf Tage nach der Ansteckung ausbrechen, können Menschen mit einer frischen Infektion das Virus noch lange Zeit in ihrer Umgebung verbreiten, ohne dass das bemerkt wird. Es ist deshalb ohne Impfschutz nicht möglich, sich vor einer Infektion mit Masern zu schützen. Ungeimpfte Menschen gefährden sich und andere.“

Bei Babys kann der Krankheitsverlauf sehr schwer sein

Besonders gefährdet sind Babys vor ihrer ersten regulären Impfung, die meist erst im 11. bis 14. Lebensmonat durchgeführt wird. Wenn sie – durch ungeimpfte Geschwister oder auch ungeimpfte Erwachsene – mit Masern angesteckt werden, kann der Krankheitsverlauf sehr schwer sein und auch dauerhafte Schäden hinterlassen. So haben Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel kürzlich festgestellt, dass in Deutschland etwa eines von 3.300 Kindern, die eine Masernerkrankung durchgemacht haben, später an einer Entzündung des gesamten Gehirns erkrankt. Diese Erkrankung kann nicht aufgehalten werden, endet im Wachkoma und letztlich im Tod.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.02.2015
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte: Schon ungeborene Babys können sich mit Masern anstecken
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