Probleme mit dem Essen

Eine Studie aus den Niederlanden zeigt: Wenn Kleinkinder unter Verstopfung leiden, kann sie das zu schwierigen Essern machen.

Kind isst Spaghetti © Thinkstock
(Köln – 06.02.2015) Verstopfung (Obstipation) kann Kleinkinder zu schwierigen Essern werden lassen. Dies konnten niederländische Forscher in einer Studie beobachten. Dreijährige, die unter einer Verstopfung litten, bevorzugten demnach im Alter von vier Jahren nur noch bestimmte Nahrungsmittel. „Das Problematische dabei ist, dass sich daraus ein Teufelskreis entwickeln kann. Das einseitige Ernährungsverhalten begünstigt wiederum die Verstopfung, sodass betroffene Kinder auch im Grundschulalter weiter an Verstopfung leiden“, erklärt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Etwa elf Prozent der Zweijährigen und etwa 16,5 Prozent der Sechsjährigen haben Verstopfung.

Symptome einer Verstopfung

Ein- bis dreimal pro Tag Stuhlgang ist „normal“. Anzeichen für eine Verstopfung ist neben der Seltenheit (weniger als alle zwei Tage) ein harter oder schmerzhafter Stuhlgang. Auch kleine Kotmengen in der Unterhose können Hinweis darauf sein, dass das Kind aufgrund der Schmerzen versucht, den Toilettengang zu vermeiden. Denn wenn Kinder über einen längeren Zeitraum den Kot zurückhalten, weitet sich der Darm aus und sie können das Gefühl für den Stuhldrang verlieren. Ohne dass sie es merken, kann dann etwas Kot austreten.

Behandlung einer chronischen Verstopfung ist langwierig

Durch die Verstopfung ausgelöste Bauchschmerzen sind vermutlich die Ursache, warum Kinder bei ihrer Essensauswahl vorsichtig werden, vermuten die Studienautoren um Dr. Anne Tharner von der Erasmus Universität in Rotterdam. Die Behandlung einer chronischen Verstopfung braucht viel Geduld und kann Monate dauern. Unter Umständen muss ein betroffenes Kind Abführmittel zum Aufweichen des Stuhls nehmen. Seine Ernährung und sein Verhalten muss es umstellen. Ziel der Therapie ist es, dass das Kind den Darm wieder vollständig entleeren kann – idealerweise täglich.

Das kann helfen: viel trinken, ballaststoffreich ernähren, bewegen

„Eltern können ihren Vorschulkindern helfen, indem sie den Toilettengang mit einem Schemel oder Toilettensitz angenehm gestalten. Viel trinken, ein Birnensaft vor dem Frühstück, ballaststoffreiche Nahrung wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, mit Olivenöl Gekochtes sowie Bewegung tragen zur Lockerung des Stuhls bei“, so Niehaus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.02.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Verstopfung kann Kleinkinder zu schwierigen Essern machen
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