Reha‐Aufenthalt mit ADHS

Wenn Kinder unter ADHS leiden, können sie von einem Aufenthalt in einer speziellen Kinder- und Jugend-Rehaklinik profitieren.

Junge schreit © Thinkstock
(Wangen – 11.11.2014) Für viele Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS), die häufig kombiniert mit Hyperaktivität auftritt – kurz ADHS genannt – ist eine Rehabilitation ratsam. „Der mehrwöchige Aufenthalt in einer Kinder‐ und Jugend‐Rehaklinik kann die Probleme der Betroffenen sowohl im schulischen als auch im sozialen Bereich nachhaltig günstig beeinflussen“, sagt Dr. Dirk Dammann, Chefarzt der Waldburg‐Zeil Fachkliniken Wangen und Sprecher der Arbeitsgruppe Rehabilitation in der Bundesarbeitsgemeinschaft leitender Kinder- und Jugendpsychiater. Das Behandlungskonzept von ADHS‐Patienten umfasst medizinische, psychotherapeutische und pädagogische Maßnahmen, das heißt, es wird mit verschiedenen Ansätzen auf die motorische Unruhe, das impulsive Handeln und die Konzentrationsproblematik der jungen ADHS‐Patienten eingegangen.  

Auch die Möglichkeit einer medikamentösen Einstellung kann überprüft werden. „Eine Reha bietet – losgelöst vom gewohnten Umfeld – die Chance, individuell abgestimmte Therapien konsequent über einige Wochen anzuwenden. Die Betroffenen erleben einen strukturierten Tagesablauf, erhalten Rückmeldungen zu ihrem Verhalten sowie Hilfe beim Entwickeln neuer Handlungsstrategien. So lernen sie, ihr eigenes Verhalten bewusster wahrzunehmen, Impulse besser zu kontrollieren und auch in persönlichen Stresssituationen überlegter zu handeln“, erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater.

Schulische Leistungsfähigkeit wird in der Reha gesteigert

Auch der schulische Bereich kommt in der Reha nicht zu kurz: „Alle Kinder‐ und Jugend‐Rehakliniken bieten Schulunterricht an, der in der Regel in enger Absprache mit der Heimatschule erfolgt. Vorteil der Reha‐Schule ist, dass hier in kleinen Gruppen auf mögliche Lernschwierigkeiten intensiv eingegangen werden kann. So kann bei ADHS‐Patienten die schulische Leistung oft nachhaltig gesteigert werden, weil sie sich dank der neu erlernten Strategien weniger leicht ablenken lassen und ihr durchaus vorhandenes Lernpotenzial besser einbringen können“, betont der Kinder‐ und Jugendpsychiater.

Kosten für die Reha übernimmt die Krankenkasse

Die Kosten für eine Kinder‐ und Jugendrehabilitation übernehmen die deutschen Rentenversicherungen und die gesetzlichen Krankenkassen. Erster Ansprechpartner für Eltern ist der behandelnde Arzt des Kindes.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention: Kinder mit ADHS profitieren von einem Reha-Aufenthalt
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