Inkontinenz in der Jugend

Manchmal hört nächtliches Einnässen nicht von allein auf und hält bis ins Jugendalter an. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben.

Bett © Thinkstock
(Seeheim-Jugenheim – 28.10.2014) Bis zum sechsten Lebensjahr etwa gilt nächtliches Einnässen als weitgehend normal und bedarf meist keiner Behandlung, sagen Experten. Kinder sind in diesem Alter noch in der Entwicklung – Gehirn und Blasenmuskulatur müssen sich noch aufeinander abstimmen. Gelegentlich allerdings verliert sich das nächtliche Einnässen nicht von selbst. Dann – so rät das Infozentrum Inkontinenz – ist es Zeit, den Arzt aufzusuchen und die Gründe der Blasenschwäche (Inkontinenz) abklären zu lassen.

Mögliche Ursache: ein fehlendes Hormon

Jugendliche Blasenschwäche hat unterschiedliche Ursachen – etwa ein fehlendes Hormon oder auch Vererbung. Der Körper bildet das sogenannte antidiuretische Hormon (kurz: ADH), das die Harnbildung während der Nacht reduziert. Wird im Körper zu wenig ADH ausgeschüttet, produziert der Körper folglich auch mehr Harn und die Blase läuft über. Während ein „trockenes“ Kind nachts bis zu 20 Milliliter konzentrierten Harn pro Stunde produziert, sind es bei einem bettnässenden Kind bis zu 50 Milliliter.

Die gute Nachricht: Es gibt Medikamente, die helfen, die Hormonproduktion zu regeln – in Form von Nasensprays und Tabletten. Diese helfen jedoch nur, wenn der Arzt zuvor die richtige Diagnose gestellt hat und sie verschreibt. Eltern sollten deshalb den Arztbesuch nicht aufschieben. Je früher sie ihr Kind dort vorstellen, desto eher enden Ungewissheit und Leid. Übrigens spielt auch Stress eine Rolle – ausgelöst etwa durch Vorwürfe und Erwartungsdruck. Eltern sollten ihrem Kind deshalb keinen Druck machen, sondern gleich einen Experten zurate ziehen.

Veranlagung zur Blasenschwäche ist erblich

Auch die Vererbung kann bei Inkontinenz im Jugendalter eine Rolle spielen: War ein Elternteil Bettnässer, ist auch das Kind mit 43-prozentiger Wahrscheinlichkeit betroffen. Litten beide Eltern darunter, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 77 Prozent.  

Wichtig bei allen Behandlungen ist die Motivation der Jugendlichen. Sie müssen selbst „trocken“ werden wollen und bereit sein, zum Beispiel Blasentraining zu machen, um die Aufnahmefähigkeit der Blase zu steigern. Hier sind einfühlsame Gespräche hilfreich. Als technische Hilfsmittel haben sich Windeln und Feuchtigkeitsmelder bewährt, die das Kind nachts beim ersten Tropfen wecken, damit es rechtzeitig auf die Toilette gehen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Infozentrums Inkontinenz: Blasenschwäche bei Jugendlichen: Vererbung, Stress oder fehlendes Hormon können Ursachen sein
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