Sekundäres Ertrinken

Auch noch Stunden nach einem Badeunfall ist es möglich, zu ertrinken. Was hinter diesem „sekundären Ertrinken“ steckt und was Eltern beachten sollten.

Rettungsring © Thinkstock
(Köln – 25.08.2014) Eltern sollten Kinder nach einem Badeunfall, bei dem ihr Nachwuchs möglicherweise Wasser in die Lunge bekommen hat, genau beobachten. Denn sogenanntes „sekundäres Ertrinken“ kann noch bis zu 24 Stunden nach einem Wasserunfall zu lebensbedrohlichen Atemproblemen führen, obwohl sich das Kind anfangs gut zu erholen scheint.

„Dieses verzögerte Ertrinken definieren Experten ebenso als Ertrinken. Ursache dafür ist eine Lungenkomplikation, ein spätes ARDS (acute respiratory distress syndrome) oder eine Aspirationspneumonie. Das Einatmen von Flüssigkeiten führt unter anderem durch Entzündungsreaktionen und Ödeme in der Lunge zu Störungen des Gasaustausches, die ohne Behandlung in wenigen Stunden durch immer größeren Sauerstoffmangel zum Tod führen können“, erklärt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Diese Fälle sind zwar selten – dennoch ist es wichtig, dass Eltern darüber Bescheid wissen, damit betroffene Kinder rasch ärztliche Hilfe erhalten.

Bereits geringe Mengen Wasser können gefährlich werden

Ein Kind kann bei einem Beinahe-Ertrinkungsunfall oder wenn es von größerer Höhe ins Wasser springt versehentlich Wasser einatmen. Aber auch wenn es von einer Wasserrutsche schnell ins Wasser katapultiert wird, kann versehentlich Wasser in die Lunge gelangen. Je kleiner die Kinder sind, desto geringere Mengen können bedrohlich werden. 2 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht gelten als bedenklich. Das heißt für ein Kind, das 18,5 Kilogramm wiegt, könnten 37 Milliliter Wasser in der Lunge gefährlich sein. „Beginnt ein Kind nach einem Badeunfall – obwohl es eine Phase ohne Beschwerden hatte – erneut zu husten, atmet ungewöhnlich schnell, wirkt teilnahmslos oder anders als sonst oder es verfärben sich die Lippen, dann sollte es umgehend in eine kinderärztliche Notfallaufnahme“, so Prof. Nentwich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): „Sekundäres Ertrinken“: Noch Stunden nach einem Badeunfall möglich
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