Starker Kinderrücken

Schon Schulkinder leiden unter Rückenschmerzen und Haltungsschäden. Doch das muss nicht sein. Tipps, wie sich diese Beschwerden verhindern lassen.

Schulkind © Thinkstock
(Berlin – 22.08.2014) In einigen Bundesländern hat in dieser Woche die Schule wieder begonnen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) empfiehlt als Ausgleich zum überwiegend sitzenden Schulalltag und für eine gesunde Entwicklung des kindlichen Bewegungsapparates täglich mindestens eine Stunde Bewegung.  

Die Experten weisen darauf hin, dass Kinder und Jugendliche sich heutzutage nicht ausreichend bewegen und oftmals unter muskulärer Schwäche leiden. Bewegungsmangel und Übergewicht sind die Hauptursache für kindliche Rückenschmerzen und Haltungsschäden.  

„Damit Kinder nicht die Rückenpatienten von morgen werden, müssen die Muskeln des Bewegungsapparates täglich trainiert werden. Dabei geht es nicht um aufwändige Hobbys, sondern es kommt darauf an, den Alltag einfach bewegter zu gestalten. Denn oftmals wechseln die Schülerinnen und Schüler von der Schulbank direkt vor PC oder Fernseher“, sagt Prof. Fritz Uwe Niethard von der DGOU. Laut Daten der aktuellen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie1) sind nur etwas mehr als ein Viertel der 3- bis 17-Jährigen täglich mindestens eine Stunde körperlich aktiv.  

Die Wirbelsäule wird von einem umfangreichen Muskelsystem an Bauch- und Rückenmuskeln gestützt. Schwach ausgebildete Muskeln begünstigen eine Fehlstellung beziehungsweise Überbeanspruchung der Wirbelsäule, die wiederum zu Rückenschmerzen führt. Auch für das Tragen des Schulranzens ist die Kraft der Wirbelsäulenmuskulatur wichtig. Orthopäden und Unfallchirurgen geben folgende Tipps für den Schulalltag, um Haltungsschäden bei Schulkindern im Wachstumsalter vorzubeugen:

Bewegung als Ausgleich

Für mehr Bewegung im Alltag sorgen schon folgende leicht umzusetzende Aktivitäten:
  • Treppen steigen statt Rolltreppe fahren
  • Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, anstatt sich mit dem Auto – zum Beispiel zur Schule – fahren zu lassen
  • Medienkonsum begrenzen und dafür alte Spiele wie Springseil oder Gummitwist neu entdecken
  Eltern sollten für ihre Kinder Vorbild sein und sie dabei unterstützen, mehr Lust an der Bewegung zu entwickeln.

Richtige Sitzposition am Schreibtisch

Kinder sollten ihre Hausaufgaben nicht am Küchentisch, sondern an einem auf ihre Größe angepassten Schreibtisch machen und mit geradem Rücken sowie leicht vorgeneigter Haltung an ihm sitzen. Bei falscher Sitzposition kommt es zum sogenannten Sitzbuckel, bei dem sich die Wirbelsäule nach hinten biegt. Der Sitzbuckel beziehungsweise Kyphose ist eine der häufigsten Wirbelsäulenerkrankungen bei Kindern.

Tragen des Schulranzens

Das Gewicht eines gepackten Schulranzens sollte zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes nicht überschreiten. Außerdem sollte der Ranzen gut am Körper sitzen. Das heißt:
  • den Ranzen so einstellen, dass er nicht am Körper pendeln kann – gegebenenfalls mit einem Hüftgurt fixieren
  • nicht zu stramm einstellen, sonst wird ein Rundrücken begünstigt
  • nicht zu locker einstellen, sonst besteht die Gefahr eines Hohlkreuzes
  • den Ranzen nicht einseitig tragen, damit sich das Gewicht auf beide Schultern gleichmäßig verteilt
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Starker Kinderrücken: Fit durch den Schulalltag mit einer Stunde Bewegung täglich
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