Asthma durch Übergewicht

 Je höher der Body-Mass-Index eines Kindes, desto höher ist sein Asthmarisiko. Und: Bei Asthmatikern kann Übergewicht die Krankheit verschlimmern.

Kind mit Übergewicht © Thinkstock
(Heidenheim – 12.08.2014) Übergewicht, das bedeutet in diesem Fall ein überdurchschnittlich hoher Body-Mass-Index (BMI über 25), erhöht das Asthmarisiko von Kindern – und zwar um 55 Prozent für jede zusätzliche BMI‐Einheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, für die bei knapp 5.000 siebenjährigen Kindern der Einfluss bestimmter Genabschnitte, die mit dem BMI in Zusammenhang stehen, auf das Risiko für Asthma untersucht wurde.  

„Im Gegensatz zu bisherigen Beobachtungsstudien zeigt diese Untersuchung einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen BMI und Asthmarisiko, der unabhängig von anderen Einflüssen – zum Beispiel sozialer Hintergrund, Ernährung, Bewegungsmangel – zu bestehen scheint. Die Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass die seit Ende des 20. Jahrhunderts weltweit zu beobachtende Zunahme des BMI auch für den Anstieg der Asthmahäufigkeit im gleichen Zeitraum maßgeblich verantwortlich sein dürfte“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP).

Fettgewebe verstärkt Entzündungsprozesse

Wenn der BMI ansteigt, bildet sich auch vermehrt Fettgewebe. „Es ist schon länger bekannt, dass im Fettgewebe auch Entzündungsfaktoren produziert werden, die Entzündungsprozesse im Körper verstärken können. Dies kann bei Asthmatikern, deren Bronchien sowieso schon eine erhöhte Entzündungs‐ und Abwehrbereitschaft aufweisen, die Erkrankung verschlimmern und zu häufigeren Asthmaanfällen führen. Außerdem verstärken überzählige Pfunde die Atemnot der Patienten, weil mehr Gewicht auf ihrer Brust lastet, sodass die Atmung auch mechanisch stärker eingeschränkt wird. Übergewichtigen Kindern mit Asthma ist daher anzuraten, abzunehmen – schon ein paar Kilo lohnen sich. Am besten gelingt das durch Ernährungsumstellung in Verbindung mit Ausdauersport, da so die überzähligen Pfunde schneller purzeln. Gut geeignet für Asthmatiker – und auch das ganze Jahr über saisonunabhängig praktizierbar – ist zum Beispiel ein Schwimmtraining im Hallenbad“, rät der Experte.  

Mit Brustschwimmen kann ein adipöses, zwölfjähriges Mädchen mit einer Körpergröße von 1,40 Metern und einem Gewicht von 60 Kilogramm zum Beispiel 282 Kilokalorien pro halber Stunde verbrennen. Grundsätzlich sind Ausdauersportarten wie Jogging, Inline Skating, Radsport, Wandern oder im Winter Langlauf besonders gut für Asthmatiker geeignet. „Für alle sportlichen Aktivitäten gilt allerdings: nicht von Null auf Hundert starten. Vielmehr sollte der Körper mit einem Aufwärmtraining von wenigstens zehn Minuten langsam an die Belastung herangeführt werden“, sagt Hellmann. „Beim Training sollten sich Be‐ und Entlastungsphasen abwechseln, wobei die Entspannungsphase insgesamt doppelt so lange ausfallen sollte wie die Belastungsphase. Gerade Kinder mit allergischem Asthma sollten sich aber vor Aufnahme des Trainings bei ihrem Lungenarzt beraten lassen, da zum Beispiel Joggen durch blühende Wiesen für Allergiker mit Gräserallergie natürlich nicht empfehlenswert ist.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (BdP): Je höher der BMI bei Kindern, umso höher ihr Asthmarisiko
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